Pur-Konzert mit Hindernissen

Moin, moin, rund 10 000 Besucher kamen zum Konzert von Pur und Heinz Kunze an den Eckernförder Südstrand. Und während andere die Super-Stimmung und den Musik-Genuss lobten, hat sich ein Ehepaar aus Neuengörs (Kreis Segeberg) bitterlich beschwert.

Um es vorab zu sagen: Die Sichtweisen des Ehepaares und des Veranstalters klaffen weit auseinander. Der Ehemann ist auf den Rollstuhl angewiesen und seine Frau besuchte das Konzert als Begleitperson mit Freikarte. Ihr Vorwurf am Lesertelefon: Die Veranstaltung sei behindertenunfreundlich gewesen. Der Veranstalter habe sich auf ihre Kritik hin bisher nicht gemeldet. Nun nimmt er Stellung.

Die Kritikpunkte:

Die Rollstuhlfahrer wurden zu einem Podest im Eingangsbereich geleitet. Von dort aus war die Großleinwand nicht einzusehen, da sie sich auf der linken Seite der Bühne befand und durch die Hausecke des Restaurants versperrt war.

Dazu sagt der Veranstalter: Das ist korrekt und leider baulich bedingt im Strandbereich nicht anders möglich. Allerdings kann man dafür direkt und hindernisfrei die Bühne einsehen.

Da sich das Podest im Eingangsbereich befand, herrschte eine große Unruhe, sodass man sich schwer auf die Künstler konzentrieren konnte.

Veranstalter: Dafür ist das Podest gut und direkt erreichbar, barrierefrei sowie mit guter Sicht auf die Bühne gelegen.

Die Rollifahrer standen schon in drei Reihen hintereinander. Einige brauchten besondere Betreuung, sodass die betreuenden Personen anderen Rollstuhlfahrern die Sicht versperrten.

Veranstalter: Leider nehmen selbst nicht alle Begleitpersonen Rücksicht auf andere Rollstuhlfahrer, sodass schon mal die Sicht versperrt wurde.

Das Podest reichte irgendwann nicht mehr aus. Wenige Rollstuhlfahrer mussten außerhalb des Podestes im Sand stehen und konnten nur Rücken sehen.

Veranstalter:  Leider haben einige Gäste mehr als nur die geplante „eine“ Begleitperson auf das Podest mitgenommen.

Es gestaltete sich als schwierig, sich von einem überfüllten Podest, auf dem Rolli an Rolli in mehreren Reihen hintereinander standen, zur sanitären Einrichtung zu begeben. Ein Dixi-Klo für Rollstuhlfahrer war windschief aufgebaut, sodass die Tür klemmte, man sie nicht richtig verschließen konnte. Sie hätte jederzeit von Fremden von außen geöffnet werden können.

Veranstalter: Das Dixi-Klo ist eine spezielle, behindertengerechte Toilette. Die Schließvorrichtung hat sicherheitsrelevante Hintergründe. Im Notfall muss die Möglichkeit bestehen, die Person zu befreien.

Der Veranstalter will diese Punkte für weitere Planungen gern aufnehmen. „Wir  werden versuchen, vieles Menschenmögliche noch zu verbessern.“

Darüber freuen sich unsere Leser aus Neuengörs.

 

 

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