„Geschenke“ der Anwohner versperren die Wege

Moin, moin, Helmut Lange ist verärgert: „Kieler Anwohner stellen ihren Sperrmüll einfach auf die Straße und bieten Dinge, die sie nicht mehr brauchen, als Geschenk an“, beschwert er sich am Lesertelefon. Und er will wissen: „Dürfen die das?“

Diese Geschenke will er nicht: „Die Anwohner in den Bereichen Adolfplatz, Gerhardstraße und Düppelstraße neigen dazu, ihre nicht mehr benötigten Gegenstände auf die Straßen zu stellen und zum Nulltarif anzubieten“, beklagt sich Helmut Lange am Lesertelefon. Und er zählt auf: „Dort findet man alles: Fahrräder, Schreibtische, Angelzubehör, Bücherkisten, Hausrat, Glaswaren, Kleidung, Elektrogeräte und Unrat. Alles versperrt den Weg.“  Ob diese „Neigung“ von der Stadt geduldet werde, möchte der Kieler wissen. „Schließlich kümmern sich ordentliche Bürger selbst um ihren Sperrmüll und lassen ihn abholen.“

Für die Stadt Kiel ist dies ein klarer Fall. Wer Pütt und Pann verschenken möchte, darf seine Habseligkeiten nicht einfach auf städtischen Wegen anbieten, sondern benötigt eine Genehmigung des Tiefbauamtes. „Liegt diese nicht vor, haben wir einen Fall unerlaubter Sondernutzung – eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann“, informiert Sprecher Joachim Kläschen. Sollten sich durch die angebotenen Geschenke Verschmutzungen ergeben, stehe der Verursacher in der (Säuberungs-)Pflicht. „Zuwiderhandlungen ziehen eine Ordnungswidrigkeit nach sich. Haftbar gemacht wird der Verursacher beziehungsweise der Grundstückseigentümer.“

Hinzu komme, betont der Sprecher, dass derartige Gaben den Straßenverkehr behinderten beziehungsweise die nutzbare Breite von Geh- und Radwegen einschränke. „Dadurch erhöht sich die Unfallgefahr.“

Geschenke also, die nicht nur Freude bereiten.

 

4 Gedanken zu „„Geschenke“ der Anwohner versperren die Wege

  1. Puebbi

    Btw, die Leseranwältin sollte mal über den Schmierfinken schreiben, der genau in der Gegend viele Wände etc. mit einem „KSV“-Graffitti-Tag und so einem Augen-Symbol verschandelt!

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  2. Olli

    Typisches 1.Welt-Problem. Altruismus wird als lästig empfunden – solange man selbst nicht davon profitiert. Ich gehe mal STARK davon aus, dass Menschen, die Armen helfen wollen, sehr darauf achten, dass der Geh-Weg nicht zugestellt wird. Das wird von Misanthropen nur grotesk übertrieben dargestellt, wenn nicht sogar lanciert.
    Meine Kinder stellen zu Weihnachten manchmal eine Kiste mit Spielzeug, das zu schade zum wegschmeissen ist, neben Gehwege in sozialen Brennpunkten.
    Klar – Sie könnten auch versuchen bei I-Bay „fette Kohle“ damit zu machen. Oder gutes, teures Spielzeug TROTZDEM in die Tonne stecken. Wäre bequemer.
    Ich unterstütze das Verhalten meiner Kinder zu 100%. Nicht sie sind es, die eine funktionierende Gesellschaft unterminieren. Dass sie vom Staat dafür verfolgt werden adelt diese „Untat“ sogar noch.

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  3. Langkieler

    In der heutigen (24.8.016) Druckausgabe der KN schreibt auf der Bastelblogseite eine Einfachmöbelhobbydesignerin, daß sie die von ihr selbst gebauten Möbel, die sie nicht mehr braucht, mit einem Schild „Zu verschenken“ an den Straßenrand stellt – eigentlich das Normalste der Welt. Aber die Antworten der Stadt Kiel haben mich, wie sagte unser Innenminister vor kurzem? – beunruhigt. Welcher Geisteshaltung soll man zuneigen?

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