Wenn mit dem Maler Musik ins Haus einzieht

Moin, moin, Ida Schwarz aus dem Kreis Segeberg hat einen Maler beauftragt, der die Innenwände ihres Hauses streichen wird. Der junge Mann sei auch pünktlich gekommen und  sehr höflich, erzählt sie am Lesertelefon. Trotzdem gibt es ein Problem.

Der junge Mann, der ausschließlich vor der Haustüre rauche, habe ein Radio mitgebracht, was er ungefragt in die Steckdose ihres Hauses gesteckt und dann den ganzen Werktag lang Musik gehört habe. Am Abend ziehe sie immer den Stecker ab: „Auch im Standby-Betrieb fallen Stromkosten an.“ Bevor sie ihn anspricht, möchte Ida Schwarz nun wissen, ob dieses Verhalten gang und gäbe ist und von ihr geduldet werden muss. „Ich möchte den fleißigen Mann nicht vergraulen, aber die laute Dudelei den ganzen Tag über ist mir einfach zu viel.“ Sie fragt, wie sie sich in dieser Situation verhalten soll.

„Wieso es Ihre Leserin nicht schafft, mit dem Handwerker ins Gespräch zu kommen, vermögen wir angesichts der positiven Beschreibung nicht nachzuvollziehen“, antwortet Franz Zopp, Sprecher des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks in Berlin. Schließlich seien Musikgeschmack und Musiklautstärke verbandsseitig nicht festzulegen.

Und auch Joana Batista von der Verbraucherzentrale empfiehlt das direkte Gespräch. Natürlich könne man vertraglich festhalten, dass ein Handwerker ohne Radio arbeitet. Und die Handwerkerrechnung um die für die Musik verbrauchten Stromkosten zu kürzen, wäre rein theoretisch denkbar, in der Praxis allerdings schwer durchsetzbar.

„Da die Kundin den Handwerker ja nicht vergraulen will, sollte sie lieber in einem Gespräch versuchen, die eigene Situation darzustellen und um Rücksicht bitten“, empfiehlt Joana Batista.

 

3 Gedanken zu „Wenn mit dem Maler Musik ins Haus einzieht

  1. claus c plaass

    frau schwarz muss sich klar werden, was fuer sie am wichtigsten ist,
    wenn sie voruebergehend einen dienstleister beauftragt.

    nach ihrer darstellung ist der mann puenktlich, hoeflich, ruecksichtvoll und fleissig.
    er ist also „sein geld wert“ und fuer mich ein geradezu vorbildlicher handwerker.
    es geht also um geld.

    sie beschwert sich nicht ueber musiklautstaerke, hoert aber „gedudel“
    das ist normal seit es musik gibt, und die laermimmission ist nicht übermaessig.
    hier geht es um eine pers meinung.

    ihr eigentlicher kritikpunkt ist „stromkosten durch ein fremdradio“.
    diese kosten zu ihren lasten ausserhalb des eigentlichen auftrages „malen“
    moege die dame schwarz hier anhand zahlen nachvollziehbar bitte beziffern,

    um die laecherlichkeit ihrer kritik am ungenehmigten malerradio
    und ihre befuerchtungen vor finanziellem ruin selbst zu erkennen.

    ich dachte erst an einen scherz, wurde mir aber dann bewusst,
    dass frau schwarz stellvertretend fuer viele verunsicherte buerger steht,
    die irgendwo was von verarmung durch „stenntbei“ gehoert haben,
    das nachplappern, aber nicht verstehen, um welche summen es geht.

    die tarife, angaben auf dem radio, gebrauchsdauer rechenweise etc
    sind der kostenbewussten frau schwarz sicher bekannt, wenn sie sich beschwert.
    jeder viertklaessler einer nicht-waldorfschule in nrw koennte das machen.

    bin gespannt, ob die dame anhand eigener berechnungen erkennt,
    wie absurd ihre furcht vor einem stromfressenen malerradio ist,
    und wie wertvoll selbstinformieren vor kritisieren ist.

    Antworten
  2. Ulli P.

    Natürlich ist es ein ernstes Thema, raten einem doch sämtliche Verbraucher- und Umweltschützer zum Ziehen des Steckers bei Nichtgebrauch von E-Geräten. Es geht dabei ja nicht nur um das Sparen von Ressourcen, das Sparen von der ohnehin von niemanden gewollten EEG-Umlage, sondern auch um Vermeidung des von allen (fast allen!) Politikdarstellern und Medienvertretern so verteufelten „Klima-Killers“ CO2! Man könnte jetzt trefflich einen Diskurs darüber in Gang setzen, warum ein Grundstoff, den die Pflanzen dieser Erde unbedingt zum Gedeihen (zum Leben!) benötigen und aus welchem sie den für uns Menschen so lebensnotwendigen Sauerstoff produzieren, überhaupt zum „Klima-Killer“ verurteilt wurde, aber ist es das, was die gute Frau Schwarz wirklich will?
    Geht es ihr nur um die Kosten, geht es um die Lautstärke oder geht es um die Musikrichtung (Maler hören doch meistens NDR 1!), kann ihr wirklich nur das klärende Gespräch, natürlich ohne den Maler zu provozieren, empfohlen werden. Vielleicht ein Vorschlag zur Güte: Der Maler möge doch sein Gerät im Batteriemodus betreiben und die Lautstärke auf ein für alle Beteiligten verträgliches Maß einstellen.
    Geht es ihr tatsächlich im Prinzip um Klimaschutz, möge sie doch bitte ihre Zeitung um eine objektive und ausgewogene Recherche und Berichterstattung bitten, weshalb Kohlendioxid ein Gift und nicht genau das Gegenteil ist. Es soll nämlich Wissenschaftler geben, die das so sehen.

    Antworten
  3. Klara

    Hallo,
    ich denke man kann über fast alles sprechen.
    Falls es tatsächlich die Stromkosten sind die die Dame zur Verzweifelung bringen…….ich rechne mal ganz großzügig 50,— Euro Stromkosten (inklusive Stand-by) pro Jahr bei einer Laufzeit von ca. 8 Stunden am Tag, das macht dann die unglaubliche Summe von 13 Cent pro Tag. Wie lange braucht der Maler? Eine Woche? Wäre dann aufgerundet die Summe von 0,96 Cent.

    Zur allgemeinen Information: Es gibt diverse Stromverbrauchsrechner im Netz, dort kann man den Verbrauch, die Laufzeit, den Preis pro Kilowattstunde etc. eingeben.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.