Und täglich klingelt der Kurier

Moin, moin, der Kieler, der anruft, ist nur noch genervt. Er wohnt am Schrevenpark in einem Mehrfamilienhaus mit zwölf Parteien. Gern lebt er hier. Eigentlich. Sein Problem:  Mehrfach klingeln täglich die Kurierdienste. Auch in der Mittagszeit.

In dem Haus, das weiß der Kieler, wohnen viele berufstätige Frauen. Die, so vermutet er, viel bestellen. Während ihrer Abwesenheit, so beklagt er sich, klingeln die Boten überall, um in das Haus hereinzukommen. Vermutlich, um den Benachrichtigungsschein in den Briefkasten zu werfen. Es sind die unterschiedlichsten Kurierdienste, die viele Päckchen und Pakete bringen, hat er beobachtet.

Der Leser beteuert, großes Verständnis für die Fahrer zu haben. Er werde jedoch an manchen Tagen bis zu dreimal belästigt. „Es klingelt sogar in der Mittagszeit.“  Der Kieler fragt sich, ob es und welche Regeln es für die Fahrer gibt. Dürfen sie sich an fremden Klingeln bemerkbar machen? Oder haben sie bestimmte Regeln zu beachten?

Ganz pragmatisch sieht es beispielsweise der zuständige Post-Sprecher. „Unsere DHL-Zusteller arbeiten gezielt ihre Liste ab und fahren deshalb die Adresse nur einmal an. Ist der Empfänger nicht zu Hause, versuchen sie, die Pakete bei Nachbarn abzugeben.“ Denn Ziel sei es, das Paket zum Kunden zu bringen und  nicht unerledigt wieder mitzunehmen. In  jedem Fall erhielten die Empfänger einen Benachrichtigungsschein. „Wenn die Störung Mitbewohnern nicht passt, sollte man das Problem innerhalb der Hausgemeinschaft regeln“, rät der Sprecher. „Notfalls kann ja jeder Mieter, beispielsweise über die Mittagszeit, seine Haustürklingel abstellen.“

Eine Antwort, die den Kieler nicht beruhigt. Er will nun das Gespräch mit den Nachbarinnen suchen. Denn, wie gesagt, er wohnt gern in seiner Straße am Schrevenpark.

 

Ein Gedanke zu „Und täglich klingelt der Kurier

  1. manner1005

    Die Belästigung kann ich nachvollziehen.
    Anderseits sind auch die Interessen der Zusteller zu sehen, sie möchten die Pakete möglichst schnell zustellen oder den Adressaten zumindest über den vergeblichen Zustellversuch informieren.
    Die Aussage der DHL ist jedoch ein Witz. Schließlich könnte das Unternehmen eine Postkarte schicken (Briefzusteller haben innder Regel Haustürschlüssel) oder
    Online benachrichtigen.Gleiches gilt auch für DPD, Hermes, UPS oder GLS.

    Aussen Briefkästen wären auch nein Lösungsansatz.
    Oder: Kauft lokal und fördert die heimische Wirtschaft.

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