„Ist meine E-Mail auch angekommen?“

Moin, moin, Ingrid Rave ist genervt. Die Sekretärin bearbeitet täglich viele Post-Ein- und Ausgänge, bekommt viele E-Mails, die sie weitergibt oder selbst beantwortet. Und dabei stört sie eine oft gestellte Nachfrage.

„Bei mir steht das Telefon nicht still“, informiert Ingrid Rave. „Deshalb nerven mich unnötige Anrufe.“ Zum Beispiel, wenn gefragt werde, ob die E-Mail auch angekommen sei. „Schließlich würde der Kunde ja eine elektronische Quittung bekommen beziehungsweise eine Fehlermeldung, sollte die E-Mail nicht gesendet werden können.“ Ein älterer Herr, der sich mit der Technik schwer getan und ständig vertippt habe, habe dreimal angerufen und um Bestätigung gebeten. „Leider kommt dies häufig vor“, sagt Ingrid Rave, die dennoch versucht, immer freundlich zu bleiben.

Im Internet beziehen Benimm-Experten und –Expertinnen auch zu dieser Frage Stellung. Dort heißt es: „Bei exorbitant wichtigen Mails ist es erlaubt, sich den Eingang vom Adressaten  bestätigen zu lassen. Bei allen anderen gilt: Der Zwang zur Rückmeldung nervt.“ Und: „Es ist eine Unsitte, E-Mails generell mit einer Empfangs- oder Lesebestätigung zu verschicken. Das kann nur akzeptiert werden, wenn die E-Mail als Einschreibebrief verstanden werden soll.“

Und ob man auf eine E-Mail zwingend antworten müsse, hänge davon ab, ob man der Hauptempfänger der Nachricht sei oder nur eine Kopie erhalten habe. Als Hauptempfänger sollte man versuchen, innerhalb eines Tages zu antworten, auch wenn es sich nur um einen kurzen Zwischenbescheid handele.

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