Ärger über Schuhe auf Bahnsitzen

Moin, moin, Elke Groß hat sich gemeldet. Die Bahnfahrerin ist täglich auf der Strecke Neumünster-Kiel unterwegs. Und was sie mit ihren Mitreisenden erlebt, gefällt ihr gar nicht. Überhaupt nicht. „Besonders in den Sommermonaten wird es grässlich.“

Elke Groß wohnt in Neumünster und arbeitet in einem Kieler Stadtteil. „Ich muss mich nicht unbedingt aufbrezeln“, erzählt sie am Lesertelefon. „Aber ich möchte gern gepflegt und angemessen gekleidet am Arbeitsplatz erscheinen.“ Die Neumünsteranerin bedient Kunden und legt auf ihr korrektes Erscheinungsbild großen Wert.

„Wenn man mit der Bahn fährt, ist es aber gar nicht so einfach, fleckenlos und sauber anzukommen“, stöhnt Elke Groß. Und zählt auf: „Rücksichtslose Rucksackträger, die mich mit ihrem Gepäck anrempeln. Reisende, die ihr Fahrrad nicht richtig befestigen oder beim Aussteigen so schnell sind, dass der Vorderreifen meine weiße Hose beschmutzt. Durstige Zeitgenossen, die ihr Behältnis mit Kaffee auf den Nebensitz stellen und bei der eifrigen Suche nach dem Handy runterschmeißen, dass es nur so spritzt. Oder die Sprudelflasche vor dem Öffnen gründlich schütteln. Hungrige Mitfahrer, denen nach dem Verzehr von mitgebrachten Lebensmitteln die Verpackung „einfach aus der Hand fällt.“ Obwohl sie sich gerade gestärkt haben.

Aber das größte Ärgernis hat Elke Groß noch gar nicht aufgezählt. „Es ist unausstehlich, wenn Mitreisende ihre Füße mit den Schuhen auf die gegenüberliegenden Sitze legen und diese dadurch beschmutzen. Und im Sommer streifen sie nur mal schnell die Sandalen ab und machen es sich mit nackten Füßen auf den Sitzen gemütlich. Das ist überaus unhygienisch.“

Elke Groß hofft auf mehr gegenseitige Rücksichtnahme, will die weiße Hose jetzt erst einmal waschen, in Zukunft im Beutel transportieren und erst am Arbeitsplatz anziehen.

4 Gedanken zu „Ärger über Schuhe auf Bahnsitzen

  1. Claus C. Plaass

    „aber es sind noch kinder – die können noch nicht wissen, wie man sich in einer gemeinschaft verhält . die rucksackrempler haben doch keine augen hinten, die schweissfussgören sind sicherlich weit gelaufen und fusslahm, der verpackungsentsorger hats sicher im kreuz. und der physik-uninteresseirte brauseabsteller musste nachschauen, ob jemand sein handyvideo geleikt hat. na, und der kollege radler ist ja als umweltschützer per se rücksichtnahmebefreit. DIE DÜRFEN DAS ALLE, IRGENDWIE“ / ironie-modusaus.
    frau gross, danke für ihre öffentliche thematisierung des unsozialen verhaltens *einiger* mitbürger. auch ich habe ähnliches erleben müssen, und es waren immer der gleichen üblichen verdaechtigen gruppenmitglieder: unerzogene asoziale.

    gegen mangelnde erziehung und asoziales verhalten bis sachbeschaedigung hilft schnellerziehung: einmal kurz, laut und freundlich bitten, die gehwarzen vom polster zu nehmen, den abfall korrekt zu entsorgen, die brause sicher abzustellen. wenn danach nichts passiert, ebenso freundlich handeln und die treter vom polster nehmen, die brause auf den klapptisch, den abfall aufheben und dem verschmutzer in die hand druecken. seien sie sicher, der asoziale versteht mehr und sofort, als sie meinen, und alle (ALLE) mitfahrer sind augenzeugen und auf ihrer seite.

    keine erklärungen, entschuldigungen, vergleiche – einfach freundlich schnellerziehen
    wie einen jungen hund, der unterordnung, anpassung und sitten noch nicht kennt.
    Und noch was, frau gross: ärger nicht runterschlucken und hier heimlich ausheulen.
    Wenn sie nichts tun, ändert sich nichts. In diesem Land wartet man auf Mutige wie Sie

    Antworten
  2. Klara

    Rücksichtslosigkeit ist keine Frage von Lebensjahren. Es gibt unhöfliche junge Menschen, es gibt unhöfliche ältere Menschen.

    Man erreicht schon viel in dem man die Betreffenen einfach nett anspricht, da muss man nicht mit der Keule kommen, vielen ist ihr unsoziales Verhalten leider überhaupt nicht bewußt. Traurig aber wahr.

    Eine freundliche Aufforderung kommt um Längen besser als eine agressive vorgetragene Aufforderung, könnte nämlich durchaus sonst ein Echo geben, das man nicht unbedingt verträgt bzw. wogegen man sich nicht wehren kann.

    Antworten
  3. Erich Marquart

    Von ähnlichen Vorfällen in öffentlichen Verkehrsmitteln kann ich ebenfalls berichten. Die Verkehrsbetriebe reagieren, wenn überhaupt, indem sie ein Verbotsschildchen anbringen. Politiker fordern wohlfeil Zivilcourage der Fahrgäste, während sie selber den Dienstwagen bevorzugen. Nicht jedem Fahrgast ist es gegeben sich den Personen mit unsozialem Verhalten entgegenzustellen. Ein Lösungsbeitrag könnte doch darin bestehen, dass die Verkehrsbetriebe ein App für die Benutzer der Smartphones zur Verfügung stellen. Dann brauchen die Fahrgäste nur noch die Personen mit unsozialem Verhalten mit einem Foto zur Beweissicherung festhalten und an die Verkehrsbetriebe schicken. Danach können die Verkehrsbetriebe prüfen, ob sie von ihrem Hausrecht Gebrauch machen wollen.

    Antworten
  4. Georg

    Sehr geehrter Herr Claus C. Plaass, ich teile eigentlich Ihre Meinung zum obigen Thema, möchte so nebenbei aber auch anmerken, dass heute leider aber auch die Höflichkeit am Leser immer schlechter wird, wenn man auf einfache Dinge, wie die Groß- und Kleinschreibung verzichtet.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.