Rauchender Friseur stört Kundin

Moin, moin, die Leserin am Telefon möchte ihren Friseur nicht wechseln. „Ich bin mit der Mitarbeiterin sehr zufrieden“, lobt die Frau. Aber der neue Inhaber mache es ihr schwer, weiterhin Stammkundin zu bleiben.

Das Gespräch am Lesertelefon beginnt nicht sehr vielversprechend. „Ich möchte meinen Friseur nicht wechseln“, unterstreicht die Anruferin. Aha! Doch die Leserin hat wirklich ein Problem. „Der neue Chef hat die Angewohnheit, in der Mittagspause, während das Geschäft geschlossen ist, zu rauchen.“ Der Salon bestehe aus nur einem großen Raum einschließlich Garderobe und der Rauch ziehe überall hin. „Meine Augen tränen und ich muss viel niesen. Nach jedem Besuch muss ich meine Kleidung anschließend in die Waschmaschine stecken.“

Nach Auskunft von Joanna Batista von der Kieler Verbraucherzentrale gibt es kein generelles Rauchverbot in Friseursalons im Gegensatz zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Schulen. Auch habe der Inhaber das Hausrecht und könne entscheiden, ob in seinem Salon gequalmt werde oder nicht. „Aber sollte er Arbeitnehmer beschäftigen, dann haben diese grundsätzlich einen Anspruch auf einen rauchfreien Arbeitsplatz.  Arbeitgeber sind durch die Arbeitsstättenverordnung verpflichtet, den Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz zu gewährleisten.“ Der Arbeitgeber habe danach die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die nicht rauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt seien.

„Und die Kunden haben freies Wahlrecht und können sich aus der Vielzahl anderer Friseursalons einen anderen aussuchen“, empfiehlt Joanna Batista.

Hilfe angeboten hat übrigens auch Berthold Brodersen. Er ist Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes des Friseurhandwerks und Kosmetiker mit Sitz in Niebüll und würde dem Chef die Nöte seiner Kundin gern einmal vortragen.

7 Gedanken zu „Rauchender Friseur stört Kundin

  1. Neumann

    Geht’s noch?
    Der Friseur ist ein freier Mensch!
    Wenn er Kohl essen will, isst er Kohl, wenn er dick sein möchte, isst er viel Torte, wenn er gerne Musik hört, hört er Musik, wenn er eine Partei wählen möchte, dann darf er das tun.
    Ich weiß gar nicht wo dieses Gebaren her kommt, dass plötzlich jeder sein Lebensmodell als das einzig akzeptable ansieht und alles andere als bekämpfenswert.
    Wem’s nicht passt, hält sich fern!!!

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    1. Frank Schwerter

      @Parker

      Blödsinn! Auch ich teile die Meinung von Hr. Neumann und meine Wenigkeit ist Nichtraucher. Wenn mich ein rauchender Friseur stören würde, dann würde ich mir einen anderen suchen, so einfach ist das. Wo kommen wir dahin, wenn der Staat sich noch mehr in unsere Leben einmischt und das Rauchen in privaten Räumen verbietet.

      Wenn es die Frau stört das in der Mittagspause geraucht wird, dann muß sie sich entweder vor der Mittagspause zum Friseur bequemen oder den Laden zu einem späteren Zeitpunkt, wenn der Qualm sich verzogen hat ,aufsuchen. Hilft das auch nichts dann sucht man sich einen anderen Barbier, Friseurläden gibt es zu Genüge.

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  2. Olli

    Besser kann man die Absurdität des Raucherverfolgungswahns auch satirisch nicht darstellen.
    Der Meister raucht in der Mittagspause. Hinter verschlossen Türen. Man SIEHT ihn nicht mal (alleine das SEHEN aus 300m Entfernung bringt ja manche schon zum Toben). Alleine der Geruch, den man selbstverständlich hinter all dem Parfum, Duftwässerchen und Haarspray wahrnimmt und das Wissen über das „heimliche, abgrundtief BÖSE“ Verhalten (das ist wahrscheinlich der eigentliche Grund) lässt einen verzweifelt um Hilfe aller möglichen Instanzen bitten…
    Groteske Geschichte!

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  3. Jan

    Frau Neurode sollte den Barbier wechseln und alles ist gut, diese Hexenjagd ist inzwischen nur noch peinlich (ich bin selber auch Nichtraucher wenn man mal von den zwei Zigarren zu meinem Geburtstag und Geburtstag meines besten Freundes absieht)

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  4. Klara

    Nun ja, wenn ich zum Friseur gehe möchte ich anschließend „gut“ riechen und nicht nach Qualm. Meinen frühen Friseur habe ich gewechselt, weil die Angestellten im Nebenraum geraucht haben, ohne Tür/ohne Vorhang zieht es nunmal in den „Salon“.

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  5. Maschi

    Was kommt als nächstes? „Wer kann mir helfen, mein Nachbar trägt immer so grüne T-Shirts. Iiiihhhhh!“, „Gnade! Die Fleischereifachverkäuferin riecht so nach Zwiebeln!“, „Bäh! Mein‘ dicken Bäcker seh‘ ich ständig emmer Sahnetorte mampfen…!“…?
    Meine Vorredner haben schon recht: Man fragt sich ob mancher nur meckert, weil es mal hip war Raucher zu verunglimpfen und zu diskriminieren und man allzu gerne irgendwelche Gruppen angeht – wenn man damit nicht allzu sehr aneckt, natürlich.
    Bei Rauchern kann man so richtig losledern, was bei anderen Minderheiten, zur Zeit wenigstens, schon komisch ‚rüberkommen würde.
    Klar. Die Menschen müssen nicht rauchen, trinken, fleischessen, vor der Glotze rumhängen, Pornos gucken, autofahren, laute Musik hören, lange Haare tragen, Knoblauch essen, beim Fußball gröhlen usw.
    Man kann sich aber auch über die Vielfalt und Individualität freuen oder es WENIGSTENS akzeptieren, dass andere Menschen nunmal andere Einstellungen, Lebensmodelle, Freuden oder auch Laster haben.
    Man kann sich mal fragen, ob man wirklich das Richtige tut, wenn man glaubt andere Menschen verurteilen zu können oder gar zu müssen.

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