Busfahrer aß hinter verschlossener Tür

Moin, moin, Frau Meyer ist wütend. Sie stand zusammengepfercht mit anderen Pendlern in einem Bus des Schienenersatzverkehrs von Kiel nach Lübeck und wüsste gern, warum. „Wir hatten Mühe, uns festzuhalten“, klagt sie.

Na, standen Sie auch in der Traube von Menschen? Am Tag des Schienenersatzverkehrs am Freitag vor acht Tagen?. An der Kaistraße in Kiel? Wie viele andere auch wartete Frau Meyer auf ihre Verbindung nach Preetz, denn an diesem Tage fuhren die Züge zwischen Kiel und Lübeck nicht. „Mein Bus sollte um 17.16 Uhr abfahren“, teilte die Preetzerin am Lesertelefon mit. „An der Kaistraße stand ein Schienenersatzverkehr ohne Hinweis auf ein Ziel. Der Busfahrer aß hinter verschlossenen Türen. Ein zweiter Bus, ebenfalls ohne informierende Schrift, fuhr hinter diesen. Die vielen Pendler stiegen ein. Als es immer voller wurde, fragten wir den Fahrer, ob der andere Bus auch bald in Richtung Raisdorf, Preetz und Plön aufbrechen würde. Der Busfahrer gab an, dies nicht zu wissen. Er fuhr erst los, als auch wirklich der letzte Stehplatz besetzt war. Wir Pendler mit Schirmen und Rucksäcken hatten Mühe, uns festzuhalten. Und in dem Moment, als unser Bus an dem anderen vorbeifuhr, öffnete dieser Fahrer seine Tür.“ Frau Meyer ist immer noch wütend. Warum wurde der vordere Bus für die vielen Menschen nicht rechtzeitig geöffnet?

Nach Auskunft der Bahn wurden für die Abfahrt um 17.16 Uhr sogar drei Busse eingesetzt.  „Zwei der drei Fahrer hatten jedoch ihre gesetzliche Pause, sodass sie die Türen erst kurz vor Fahrtbeginn geöffnet haben. Leider war dies für Fahrgäste nicht erkennbar. Dies bedauern wir“, sagt eine Bahn-Sprecherin. Somit wären die überwiegend rechtzeitig gekommenen Reisenden zunächst alle in einen Bus gestiegen. „Einige Gäste stiegen dann in den zweiten Bus ein. Der dritte Bus fuhr leider leer“, bedauert die Sprecherin. Und: Die Busse seien mit einem Schild „Schienenersatzverkehr“  gekennzeichnet gewesen. „Die exakten Ziele konnten technisch an diesen Bussen nicht angezeigt werden.“

2 Gedanken zu „Busfahrer aß hinter verschlossener Tür

  1. meier

    Wir wollten nachts von Neumünster nach Kiel. Von dem angekündigten Schienenersatzverkehr war nichts zu sehen.
    Wir mussten ein Taxi nehmen.

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  2. SK

    „Zwei der drei Fahrer hatten jedoch ihre gesetzliche Pause, sodass sie die Türen erst kurz vor Fahrtbeginn geöffnet haben. Leider war dies für Fahrgäste nicht erkennbar.“

    „Die Busse seien mit einem Schild „Schienenersatzverkehr“ gekennzeichnet gewesen. „Die exakten Ziele konnten technisch an diesen Bussen nicht angezeigt werden.“

    Beides hätte man -so man denn gewolt hätte- schnell und einfach kommunizieren können: Ein Stift, ein Zettel Papier und diesen dann von innen an die Scheibe/Tür. Darauf z.B. „Schienenersatzverkehr nach XY – Abfahrt um ..Uhr“ – fertig.
    Aber wahrscheinlich war das Befestigen oder Beschreiben eines Zettels technisch nicht möglich. Vermutlich wäre dies in der gesetzlichen Pause zudem als Arbeitszeitüberschreitung gewertet worden…

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