Motor im Leerlauf hochjagen ist verboten

Moin, moin, Imke Bach beschwert sich über Autofahrer, die die Motoren ihrer Wagen im Stand warm laufen lassen. „Ich ärgere mich über diesen unnötigen Lärm“, schimpfte sie am Lesertelefon. „Ist dieses Verhalten eigentlich zulässig?“

„Ich habe einen Ford-Transit-Fahrer in Schwentinental angesprochen, der mir sagte, auf diese Weise sorge die Heizung für angenehme Wärme im Innenraum“, teilte Imke Bach am Lesertelefon mit. „Ich ärgere mich über den Krach. Außerdem belasten diese Fahrer die Umwelt zusätzlich mit Schadstoffen. Ist dieses Verhalten eigentlich zulässig?“

Nein, ist es nicht. „Das Laufenlassen des Motors zwecks Erwärmung im Stand ist nicht erlaubt. Jeder Autofahrer hat die Pflicht, unnötige Abgas- und Lärmbelästigung zu vermeiden“, informiert Fahrlehrer Michael Hansen und weist auf den Bußgeldkatalog für Umweltschutzordnungswidrigkeiten hin. Wer ein Bußgeld zahlen möchte, sollte den Motor unnötig aufheulen lassen oder im Leerlauf „hochjagen“, Fahrzeugtüren oder Motorhaube unnötig laut schließen, mit quietschenden Reifen anfahren,   unnötig die Hupe betätigen und laute Musik hören, insbesondere in Kurven schnell fahren und innerhalb von geschlossenen Ortschaften unnötig hin- und herfahren.

Hansen betont aber auch: „Dem Motor bekommt ein Warmlaufenlassen im Stand nicht.“ Nachzulesen ist dies auch beim Online-Marktplatz Autoscout 24: „Vor allem beim Warmlaufen im Stand erwärmt sich der Automotor langsamer, als wenn Sie den Wagen zügig fahren. Daneben verbrauchen Motoren in drei Minuten Aufwärmzeit ebenso viel Benzin wie auf einem Kilometer Fahrt. Das Fahrzeug erreicht seine Betriebstemperatur am schnellsten, wenn Sie es im mittleren Drehzahlbereich fahren. Dagegen stoßen Motoren im kalten Zustand die doppelte bis dreifache Menge an Abgasen aus. Zudem sind sie durch die höheren Drehzahlen wesentlich lauter.“

Frau Bach hofft auf warme Sommertage.

3 Gedanken zu „Motor im Leerlauf hochjagen ist verboten

  1. Der Schwentinentaler

    Wenn das mal so einfach wäre. Nur warum wird es trotzdem gemacht? Jedem ist klar, dass man nicht unnötig den Motor laufen lassen darf. Sind ja auch Kosten, die ja vermeidbar wären.
    Jetzt der Grund: Was nützt es, wenn man Eis kratzt, ins Auto steigt und nach 30 Metern wieder die Scheibe eingefroren ist? Man gefährdet damit andere Verkehrsteilnehmer. Das soll man wiederum auch nicht. Eine gute Sicht im Straßenverkehr muss auch gewährleistet sein. Und das funktioniert nur, wenn die Windschutzscheibe eine gewisse Wärme hat.
    Mittlerweile habe ich ein Carport und seit dem ist kein Eiskratzen mehr nötig.

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  2. W. Goesch

    Ich muss mich meinem Vorredner leider anschließen.
    Auch mir tut es um den Sprit und die Umwelt leid, das Geräusch (Lärm geht ganz anders) ist sicherlich störend. Aber wenn ich die Wahl habe zwischen 3 Minuten Leerlauf oder der Möglichkeit, einen Radfahrer zu erwischen, weil ich nicht richtig sehen kann, das fällt die Wahl auf Leerlauf. Und ein Carport im öffentlichen Verkehrsraum fällt ja wohl flach.
    Aber für konstruktive Vorschläge bin ich überaus dankbar.

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  3. Kieler23

    Die Anruferin hätte sich mal lieber überlegen sollen, warum ihre Mitbürger dies tun. Abgesehen davon, stelle ich in Abrede das es sich um eine nennenswerte Lärmbelästigung der Anwohnerschaft gehandelt hat . Aber natürlich muss man sich dann unbedingt einmischen muss und versuchen den Konflikt über die Lokalzeitung auszutragen.

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