Beamte kommen bald schneller an ihr Geld

Moin, moin, möchten Sie lange auf Geld warten, das Ihnen zusteht? Volker Lorenzen jedenfalls will diesen Zustand nicht länger hinnehmen. Am Lesertelefon machte der Beamte im Ruhestand seinem Ärger Luft.

Der ehemalige Mitarbeiter der Kriminalpolizei hat Anspruch auf Beihilfe des Landes. Seine Arztrechnungen zahlt zu 30 Prozent seine private Krankenversicherung und zu 70 Prozent das Land. In der Praxis ist es so, dass der Kieler in Vorkasse geht, also die Rechnung bezahlt und dann einreicht – und wartet. „Die Bearbeitungszeiten der Beihilfestelle sind überaus lang. Es dauert vier bis fünf Wochen, bis das Geld endlich überwiesen wird. Auf diese Weise gewähre ich dem Land ein zinsloses Darlehen. Das ist nicht einzusehen!“ Beamte in Scheidung könnten sich diese lange Wartezeit finanziell kaum leisten.

Die Bearbeitung von Beihilfeanträgen gehört zum Aufgabenbereich des Dienstleistungszentrums Personal Schleswig-Holstein (DLZP). Und Justitiar Henning Wenzel macht auf meine Anfrage hin Hoffnung: „Die Bearbeitungszeit beträgt derzeit im Durchschnitt 26 Tage und dauert auch nach unserem Verständnis zu lange.“ Deshalb seien in diesen Tagen zwölf neue Mitarbeiter für diesen Fachbereich eingestellt worden. Die sollen helfen, den Antragsberg abzuarbeiten. „Unser erklärtes Anliegen ist es, die Wartezeiten auf 14 Tage zu verkürzen. Allerdings werden wir aufgrund der Einarbeitung noch längere Bearbeitungszeiten bis in das dritte Quartal haben“, schätzt er. Die neuen Kollegen würden rechtlich und inhaltlich gründlich geschult und möglichst schnell produktiv eingesetzt. Weitere Einstellungen für den Fachbereich Beihilfe des DLZP seien noch für dieses Jahr geplant.

Wenzel weist in diesem Zusammenhang auf die vor einiger Zeit eingerichtete Telefon-Hotline hin. Wer Fragen hat, wählt Tel. 0431-988 9555.

Und ich weiß, dass nun auch einige Politiker aufatmen werden…

 

 

 

12 Gedanken zu „Beamte kommen bald schneller an ihr Geld

  1. Anonymus

    Fragt sich nur wie der im Artikel erwähnte Herr Wenzel auf genannte 26 Tage Bearbeitungszeit kommt!? Laut Homepage werden am 11.04.2016 die Anträge mit Eingangsdatum vom 29.02.2016 bearbeitet. Der März hat meines Wissens nach 31 Tage und vom 01.04. – 11.04. sind es nach Adam Riese sage und schreibe 11 Tage. Addiert man 31 mit 11 sollte man eigentlich auf 42 als Ergebnis kommen. Demnach beträgt die Bearbeitungszeit exakt 6 Wochen. Dazu kommt noch der normale Bankweg von 2-3 Tagen, bis die Beihilfezahlung auf dem Konto des Antragstellers eingeht. Zahlungsziel der meisten Rechnungssteller sind hingegen 4 Wochen. Wie man anhand der genannten Fakten 14 Tage Bearbeitungszeit in Aussicht stellen kann, bleibt daher das große Rätsel des Herrn W. aus dem DLZP!!!

    Antworten
  2. Henning

    Als Beamter bekommt man mindestens 1x im Jahr einen „Entschuldigungsbrief“, in dem wirklich jährlich auf wahlweise a) neue Bearbeitungssoftware, b) Personalnot oder c) Umstrukturierungen innerhalb des Amtes hingewiesen wird, weswegen die Bearbeitung leider länger dauere. Es werde gebeten, von Anfragen abzusehen.
    Von daher sind die 14 Tage wohl Träumerei, das werde ich nicht mehr erleben, versprochen.

    Antworten
  3. Peter

    Nun ja, 6 Wochen können die Regel sein. Bei mir sind es schon 7 Wochen. Eingereicht habe ich am 25.Februar. Der Laden kommt einfach nicht aus den Schlagzeilen. Die Privaten Kassen können es einfach viel besser, Bearbeitungszeit ca. 3-4 Werktage.

    Antworten
    1. Kerberos

      Kostenvoranschläge oder ökonomische Anschläge
      Da möchte ich doch noch einen Aspekt zum Thema anfügen: Kostenvoranschläge.
      Jeder weiß, dass Kostenvoranschläge dazu da sind, sich zu entscheiden, ob man sich eine ärztliche Leistung selbst tatsächlich leisten kann.
      Meine Erfahrung: Kostenvoranschläge werden von der Krankenkasse binnen einer Woche bearbeitet inklusive einer Zusage bzw. Teilzusage einer Übernahme von Arztkosten. Prima!
      Die Beihilfestelle SH macht es anders: Sie lehnt eine Stellungnahme zu einem Kostenvoranschlag ab. Also bleibe ich mit einer Zusage zu einer Behandlung dem Arzt gegenüber allein. Der Beihilfeanteil beträgt in meinem Fall 70%.
      Meiner Ansicht nach eine Unverschämtheit, die nichts mit der Fürsorgepflicht des Staates gegenüber seinen Beamten (in meinem Fall Beamter a.D.) zu tun hat.
      Das Risiko mehrere tausend Euro im Vorab zu zahlen und dann nach Einreichung der Rechnung von der Beihilfe die Mitteilung zu bekommen, dass diese Kosten nicht oder nur teilweise übernommen werden, stellt mich vor ein Dilemma: Einen Kredit aufnehmen oder aus Rücklagen dem Land einen zinslosen Kredit zu finanzieren.
      Mit Planungssicherheit hat das nichts zu tun. Es bleibt die Frage, warum es eigentlich Kostenvoranschläge gibt.
      In Kombination mit viel zu langen Bearbeitungszeiten ein unhaltbarer Zustand.

      Antworten
      1. Herr Lohse

        Kerberos, lesen Sie sich das standardisierte Schreiben mal durch. Sie werden feststellen, dass es auf einem Gerichtsurteil basiert. Meinen Sie ein Sachbearbeiter würde sich einer dienstlichen Anweisung widersetzen ?

        Antworten
      2. Anonymus

        Es nennt sich ‚Beihilfe in der beamtenrechtlichen Krankenfürsorge‘ und NICHT ‚Vollabsicherung für Staatsdiener‘. Da bleibt es nicht aus, dass der Staatsdiener auch mal den ein oder anderen Euro aus eigener Tasche zahlen muss. Zudem hat der Beamte die Informationspflicht. Die Beihilfeverordnung (BhVO) ist im Internet hinterlegt und wer des Lesens und des Denkens mächtig ist, wird schnell wissen, wieviel für Zahnersatz beiilfefähig ist. Außerdem sind Heil- und Kostenpläne nur Aufstellungen der voraussichtlichen Kosten. Die Rechnung mag später ganz anders aussehen, da der Behandlungsverlauf nicht immer genau vorhersehbar ist. Noch Fragen?

        Antworten
  4. ButterBeiDieFische

    Mal ein paar Gedanken ‚aus der Praxis‘, mal ‚ButterBeiDieFische‘ und ‚Tacheles‘ geredet. Seit Jahren nun werden immer wieder Versprechungen bezüglich der Bearbeitungszeiten der Beihilfeanträge herausposaunt, die weder dem Antragsteller noch dem Beihilfesachbearbeiter nützen. Es werden nur auf beiden Seiten Hoffnungen geweckt, das es besser wird. Aber diese haben sich in der Vergangenheit nicht erfüllt und werden sich in diesem Jahr nicht erfüllen. Was bleibt ist Frust auf beiden Seiten. Man kann sich ja mal versprechen, aber ‚alle Jahre wieder‘!? Fakt ist, dass wie im genannten Artikel erwähnt endlich erkannt wurde, dass es nur mit mehr Personal geht. ABER das neue Personal bindet Arbeitskraft des ‚alten‘ Personals, da die neuen Kolleginnen-/Kollegen erst eingearbeitet werden müssen. Demnach kann es in der 6-9 monatigen Einarbeitungszeit kaum zu einer deutlichen Verringerung der Beihilferückstände kommen. Da muss man eigentlich nur 1 und 1 zusammen zählen. Das neue Personal hätte es schon vor Jahren gebraucht. Aber auf den kleinen Sachbearbeiter an der Basis hört man ja nicht! Zudem wird die als ‚Wunderwaffe‘ angepriesene eBeihilfe (elektronische Beihilfe) zu Anfang auch nicht be- sondern entschleunigen, da die Umstellung auf ein überarbeitetes Abrechnungsverfahren ausbremst. Über Jahre angeeignete Automatismen, über Jahre erworbene Routine – einfach weg!!! Zusammengefasst: 14 Tage Bearbeitungszeit zum letzten Quartal diesen Jahres zu versprechen, ist absolut unrealistisch und wird weiter auf beiden Seiten Frust erzeugen!!!

    Antworten
  5. EINER von VIELEN

    Würdet Ihr an der Basis sitzen, würdet Ihr so wie ich auch weiter auf Besserung hoffen (müssen)! Das Land hat die Stellen nicht rechtzeitig als „Notwendig“ erachtet, ein neues Programm als Millionengrab mit Folgen nicht richtig abgeschätzt und nun sitzen wir gemeinsam im „wartenden“ Boot auf einen neuen Motor, der, wenn denn das Öl da ist, wohl ab Mitte 2017, so alles läuft, endlich mit noch hoffentlich reichlich Galeeren-Ruderern & Ruderinnen in See stechen kann; wenn . . .(Das FVA / DLZP hat alle Anforderungen und Berechnungen bereits vor Jahren gefertigt und auf den Weg gebracht)! Sieht man jedoch die anderen 16 Beihilfestellen, 15 x Länder und den Bund, o h n e die Kommunen, insgesamt betrachtet, so sind ca. 6 Wochen noch akzeptabel, denke ich, wenn auch echt nicht schön! Die SH-Beamten sind wirklich vorher gut verwöhnt worden, da hatten auch wir noch Kraft.

    Antworten
  6. Herr Lohse

    Seit Ende 2011 herrscht dieser Zustand bei der Beihilfestelle. Offensichtlich scheint es schwierig zu sein, zu begreifen, dass man bei Personaleinsparungen keine Bereiche anfassen sollte, die immer wiederkehrende Arbeiten erledigen müssen. Wenn sich Antragszahlen über Jahre immer wieder wiederholen, sollte auch dem letzten Vertreter am grünen Tisch klar sein, dass im Folgejahr nicht dramatisch weniger Anträge kommen.

    Antworten
  7. Schuchhardt

    Vielleicht sollte sich die Beihilfestelle Schleswig-Holstein mal bei den Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern erkundigen, wie
    BEIHILFEANTRÄGE schnell bearbeitet werden können!
    Meine Frau ist Beamtin in SH und ich pensionierter Beamter aus MV.
    Die Beihilfeanträgen werden in beiden Ländern durch mich eingereicht.
    Bearbeirungszeit in SH zwischen 6-7 Wochen, in MV zwischen 10-14 Tagen.

    Antworten
    1. Anonymus

      Sehr markige Worte, Herr Schuchardt! Vielleicht sollten Sie erst denken und dann schreiben!? Was meinen Sie, wer ist wohl für die Personalbesetzung und organisatorische Veränderungen in der Beihilfestelle verantwortlich? Na…??? Vielleicht die oberste Dienstbehörde. Ist aber natürlich auch einfach gemütlich Zuhause am PC zu sitzen und gegen ‚ausgelaugte‘ aber immer noch alles gebende Mitarbeiter in der Beihilfestelle zu ’schießen‘. Traurig! Über Jahre wurde die Situation von oberster Stelle nicht richtig eingeschätzt und beurteilt. Und wer muss es nun ausbaden? Die Mitarbeiter des Landes Schleswig-Holstein. Und zu diesen, Sie werden sich wundern, gehören auch die Mitarbeiter aus der Beihilfestelle! Ich hatte es schon geschrieben… Das Personal, was jetzt nachgesteuert wurde und noch nachgesteuert wird, kommt Jahre zu spät! Leider! Die Einarbeitung bindet nun Kollegen und Kapazitäten und wird erst in 5-6 Monaten eine richtige Verstärkung und Hilfe sein! Bis dahin werden die Mitarbeiter des Landes Schleswig-Holstein diese unschöne Situation aushalten müssen – in und außerhalb der Beihilfestelle. Auch wenn Ich es mir anders wünschen würde – für Mitarbeiter des Landes Schleswig-Holstein in UND außerhalb der Beihilfestelle!!!

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.