Dieser Wunsch geht nicht in Erfüllung

Moin, moin, Marion Kluge betreut ehrenamtlich Flüchtlinge in Schilksee und Friedrichsort. Bestimmt 20 Frauen haben ihr einen ganz bestimmten Wunsch mitgeteilt. Doch der geht wohl vorerst nicht in Erfüllung.

„Sie wünschen sich eine Frauenbadestunde in Schilksee“, erzählte die Kielerin am Lesertelefon. „Dann könnten sie in einem normalen Badeanzug schwimmen und auch das Kopftuch ablegen. Wissen Sie, ob die Stadt Kiel diesen Service wieder anbieten wird?“

Nein, das wird sie nicht, zumindest nach jetzigem Kenntnisstand. „Das Konzept einer geschlechter-getrennten Nutzung der Schwimmhalle hat sich nicht bewährt“, teilte Sprecher Arne Ivers mit. „Dies liegt vor allem daran, dass wir nicht über ausreichende Wasserflächen verfügen, um exklusive Angebote für nur einen bestimmten Nutzerkreis unterbreiten zu können. Die Beschwerden von dann ausgeschlossenen Nutzergruppen waren zahlreich. Darüber hinaus ist es in einer gemischtgeschlechtlichen Belegschaft unter Einhaltung der einschlägigen Rechte und Normen nicht ohne weiteres möglich, eine rein weibliche Schicht aufbieten zu können.“ Auch in Gaarden – wie in allen städtischen Bädern – werde die Frauenbadestunde aus diesen Gründen nicht mehr angeboten.

Wenn’s doch nicht so weit entfernt wäre: Im ostholsteinischen Bad Schwartau tummeln sich mittwochs von 9 bis 10 Uhr viele Religionen in einem Becken, das zehn mal 25 Meter misst. Rund 20 bis 30 Frauen nehmen durchschnittlich das Angebot der öffentlichen Frauenbadestunde an. Ein Service, den es bereits seit mehr als 20 Jahren gibt. „Seit etwa fünf Jahren locken wir immer mehr Frauen mit Migrationshintergrund“, informiert Heinz-Günter Schäfer, Werkleiter der Städtischen Betriebe. „Sollte die Schwimmmeisterin verhindert sein, weisen wir schon im Kassenraum schriftlich auf die diesmal männliche Aufsicht hin. Dann können die Frauen selbst entscheiden, ob sie die Schwimmhalle aufsuchen möchten oder auf den Badespaß lieber verzichten. Wir hatten bisher keine negativen Momente“. Und das, obwohl ein Wunsch unerfüllt bleibt: Ein Burkini kommt dort aus Hygienegründen nicht ins Wasser.

Ein Gedanke zu „Dieser Wunsch geht nicht in Erfüllung

  1. RFW Anke

    … gehts noch? Integration sollte doch etwas anders aussehen!

    Sperren wir demnächst auch die Stände für die Flüchtlinge?

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.