Gast hat kein Recht auf kleine Portionen

Moin, moin, Kristina Voß kehrt gern ein, nicht nur in Kiel, sondern auch im Umland. Und obwohl ihr die Speisen zusagen, wird sie häufig enttäuscht. Denn sie bevorzugt kleinere Portionen, die sie aber nicht in jedem Fall aufgetischt bekommt.

„Ich gehöre zu der Generation 60-Plus“, verrät sie am Lesertelefon. Und da sie im Alter auf ihr Gewicht achten möchte und „normale Teller“ auch gar nicht schafft, bevorzugt sie kleinere Portionen. „Aber dieser Wunsch wird nur selten erfüllt“, beschwert sie sich. Häufig bedauere die Bedienung: „Das können wir nicht machen. Die Speisen sind schon vorportioniert.“ Die Kielerin fragt, warum nicht auf die Wünsche der Kunden eingegangen wird. Sie sagt:  „Wenn ich gut bedient werde, dann komme ich doch wieder.“ Sie möchte wissen, warum ihre Bitte nicht akzeptiert wird.

„Rein rechtlich betrachtet hat der Gast keinen Anspruch auf eine kleinere Portion“, gibt Stefanie Heckel, Sprecherin des deutschen Hotel- und Gaststättenbundesverbandes, Auskunft. Sie sagt aber auch: „In unserer Branche gilt ein Grundsatz: Die Wünsche der Gäste haben Priorität und viele Gastwirte haben sich auf die Ansprüche älterer Menschen eingestellt und bieten durchaus kleinere Gerichte an, die sie dann beispielsweise Seniorenteller nennen.“ Der Verband gebe ihnen Tipps, ihre Angebote entsprechend zu gestalten. „Wenn weniger Lebensmittel aufgetischt werden, hat dies sicherlich Auswirkungen auf den Preis“, vermutet die Sprecherin. Jedoch sei der Gastronom frei in der Preisgestaltung. „Die schon heute wichtige Gästegruppe der Best Agers wird weiter an Bedeutung gewinnen“, betont die Sprecherin. „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sind Gastronomen und Hoteliers aufgerufen, attraktive Offerten für die jung gebliebenen, ausgeh- und konsumfreudigen älteren Gäste zu entwickeln. Auch mit Blick auf das aktuelle Thema Vermeidung von Lebensmittelabfällen spielen kleinere Portionen in Zeiten, in denen immer mehr Menschen auf eine gesunde, gute Ernährung achten, eine große Rolle.“

Wobei zu beachten sei, dass sich nicht in allen Fällen die Größe beliebig variieren lasse: „Eine Forelle Müllerin bleibt eine Forelle Müllerin.“

 

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