Tagelang auf eine Entschuldigung gewartet

Moin, moin, über die „Servicewüste Deutschland“ schimpft ein Leser aus Kiel. Seine geschäftlichen Verbindungen zu dem Autohaus hat er bereits beendet. Dabei war er mit Reparatur, Wartung und Pflege über Jahre zufrieden. Daran lag es nicht.

„Die Wartung stand an“, informiert der Kieler. „Schon bei der telefonischen Absprache des Termins wies ich mehrmals darauf hin, dass ich den Wagen ab 15 Uhr wieder benötigen würde, da ich meine Tochter aus dem Kindergarten, der um 16 Uhr schließt, abholen müsse.“

Früh am Morgen gab er dann als erster Kunde des Autohauses seinen Wagen ab – mit dem mehrmaligen Hinweis, der Wagen müsse unbedingt um 15 Uhr fertig sein. „Als ich um 15.10 Uhr im Geschäft erschien, war mein Pkw noch in der Werkstatt. Man sagte mir, dass es noch 20 Minuten dauern würde.“ Der Kieler wartete. Endlich, um 15.40 Uhr, entdeckte er sein Auto auf dem Werkstattgelände. „Aber weder Rechnung noch Autoschlüssel lagen vor.“

Lautstark habe er die Aushändigung des Schlüssels gefordert. „Ich sprach alle Mitarbeiter an, die ich sehen konnte.“ Der Kieler erhielt den Wagenschlüssel, versprach, die Rechnung am nächsten Tag zu begleichen und schaffte es gerade noch, die Tochter rechtzeitig abzuholen.

„Dabei war ich mit der Leistung immer zufrieden“, betont unser Leser, der keine Stellungnahme der Firma erwartet. Und vermutlich hätte er auch die Geschäftsverbindung nicht gekappt. Aber er hat tagelang gewartet: auf eine Entschuldigung. Vergeblich.

 

 

7 Gedanken zu „Tagelang auf eine Entschuldigung gewartet

  1. Dieter

    Der Service bei verschiedenen Autohäusern ist in der Tat echt schlecht geworden.
    Obwohl einem gesagt wird, „Auto ist fertig zum Abholen“, muss man dann noch auf Servicebericht und Rechnung bis zu 1 Stunden warten.
    Die Krönung war, das nach diversen Warnmeldungen der Wagen in die Werkstatt gebracht wurde und der über 1 Woche(!) nicht angerührt wurde. Zwichenbericht an den Kunden? Fehlanzeige! Nach einer weiteren Woche dann teure Rechnung und….. die gleiche Fehlermeldung beim Wegfahren.
    Vor Kauf immer sehr freundlich, aber nach Kauf wird nicht auf Anfragen reagiert und nur unfreundliche Mitarbeiter bei der Serviceannahme.
    Das war vor paar Jahren noch nicht der Fall. Doch leider haben einige Autohäuser mittlerweilen ein „Monopol“ auf bestimmte Automarken im Umkreis von 100 km.

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    1. Horst

      Was hindert den Kunden weitere Wege auf sich zu nehmen? Es gibt noch viele andere Werkstätten die den Kunden zu schätzen wissen. Ich selber fahre mit meinem Auto extra nach Berlin weil scheinbar die entsprechenden Autohäuser in Lüthjenburg, Preetz, Kiel-Mettenhof und Neumünster es offenbar nicht nötig haben. Am ende ist der Kunde der Dumme – und manchmal auch der Verkäufer der sich wundert das man das nächste mal sein Auto woanders kauft. Man muss heute schon über den Tellerrad hinausgucken – das beste was mir mal passiert ist nachdem ich nen Lenkstangenbruch bei einem 3 Jahre alten Auto hatte und auf Kulanz des Händlers gehofft habe – Antwort vom Autohaus – „ist abgelehnt worden – Sie können die Rechnung jetzt sofort bezahlen und Ihr Auto mitnehmen, oder der Wagen bleibt eben hier!“ FRECHHEIT – aber offenbar Stand der Technik!!!!

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  2. Online-Leser

    Soetwas kommt dabei heraus, wenn die „perfekten“ Eltern den Tagesablauf minutengenau planen und kein „Plan B“ (z. B. Verwandte oder Freunde, die einspringen können) bei Störungen durch Dritte zur Verfügung steht. Was machen solche Leute, wenn wirklich mal etwas Wichtiges im Leben schief geht?

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    1. Freundlicher Kieler

      Ein sehr guter Beitrag, vielen Dank. Auch ich frage mich, ob alles und alle um mich herum sich so einzustellen haben, dass meine Interessen prioritär sind. Aber es sind Zeichen der Zeit: Egoismus hat Vorrang. Ich kann mir auch verletzende und unfreundliche Worte an den Servicestellen der Autohäuser nicht vorstellen, ohne dass diese eine Vorgeschichte haben.

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    2. Hagen

      @ Online-Leser

      Vollkommen richtig!
      Wie weltfremd ist der Kunde, wenn er meint eine Reparatur läßt sich minutengenau planen, da braucht nur ein Kollege krank werden oder eine Schraube so dermaßen verrostet sein, daß sie abreißt und ein neues Gewinde geschnitten werden muß.
      40 Minuten über der Zeit ist innerhalb des Kulanzraumes, wenn das Auto in die Werkstatt muß, dann haben sich die Eltern im Vorfeld darüber Gedanken zu machen wer oder Kind aus dem Kindergarten abholt, falls die Reparatur etwas länger dauert.
      Warum sollte sich die Werkstatt dafür entschuldigen, daß sie ihre Arbeit verrichtet hat?
      Hier ist eine Entschuldigung von dem ungeduldigen, nervigen Kunden angebracht, welcher vermutlich niemals körperlich gearbeitet hat und wohl möglich im Sitzen sein Geld verdient. Dieser im Volksmund genannte „Sesselfurzer“ sollte mehr Respekt vor dem Arbeiter und dessen Leistungern haben.

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  3. Balduin

    Selbst schuld, wenn man meint, das kostbare Auto müsse ja unbedingt in der Markenwerkstatt gewartet werden. Oder man würde sonst die (nichtsnutzige) Garantie verlieren. Seit Jahrzehnten bringe ich meinen Wagen, ob neu oder schon etwas älter, in freie Werkstätten in fußläufiger Wohnungsnähe zur Wartung oder Reparatur. Das kostet nicht einmal halbsoviel wie in der Markenwerkstatt und an Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit hat es noch nie etwas auszusetzen gegeben. Wenn es mir Spass macht, kann ich sogar bei der Reparatur zugucken. Und einen Kaffee oder Snack gibt es auch, falls ich dort warten will.

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  4. Dieter

    Ich habe nichts dagegen, 1h länger auf mein Auto zu warten, aber dann bitte auch erst 1h Std. später benachrichtigen.

    Wenn mir jedoch mitgeteilt wird, „Auto fertig“, muss ich davon ausgehen, ich kann es in einer angemessenen Zeit auch mitnehmen. Wenn nicht, ist an der Organisation der Werkstatt was faul. Ich wüsste nicht, was das mit Egoismus zu tun haben sollte.

    Die Bemerkungen „Sesselfurzer“ usw. halte ich daher an dieser Stelle für unangebracht, auch, weil der Schreiber nicht weiß, was ich beruflich mache oder wie ich mein Geld verdiene. Aber anonym zu „beleidigen“ ist ja einfacher, als sich mit dem Sachthema auseinanderzusetzen.

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