Das WC im Keller ist für manchen Gast unerreichbar

Moin, moin, Jutta Pfeiffer ist viel in der Landeshauptstadt unterwegs und kehrt gern ein. Häufig ist die gesellige Neu-Kielerin in Restaurants und Cafés anzutreffen. Und dabei ist sie auf ein Problem gestoßen

Jutta Pfeiffer wohnt seit einigen Monaten im Elmschenhagener Seniorenhaus und kennt ihre neue Umgebung schon wie ihre Westentasche. Nicht nur entlang der Preetzer Chaussee ist sie häufig in Restaurants und Cafés anzutreffen. Und dabei ist sie auf ein Problem gestoßen: „Ich habe festgestellt, dass in vielen Lokalen die Toiletten im Keller untergebracht sind. Diese sanitären Einrichtungen sind für Leute wie mich, die auf einen Rollator angewiesen sind, unerreichbar.“ Die Kielerin ist der Auffassung, im Restaurant oder im Café müsse unbedingt ein Schild deutlich auf diesen Umstand hinweisen. „Oder es muss ein Treppenlift eingebaut werden.“ Jutta Pfeiffer hat viele Jahre lang in Berlin gelebt. „Die Gaststätten dort müssen Behindertentoiletten vorweisen können“, behauptet sie.

Was sagt der deutsche Hotel- und Gaststättenverband zu dieser Kritik? „Die Lage der Gästetoiletten ist in aller Regel durch die Raumaufteilung der Gaststätten nahezu vorgegeben“, erklärt der Geschäftsführer des Bundesverbandes, Jürgen Benad. „Auch wenn neuere Bauordnungen der einzelnen Bundesländer barrierefreie Toiletten fordern, gilt dies nicht für bestehende Restaurants, sondern nur für Neubauten. Seien Sie versichert, dass den Gastronomen in erster Linie daran gelegen ist, dass die Gäste zufrieden sind. Dabei wird selbstverständlich auf alle Gästegruppen Rücksicht genommen.“ Oftmals sei es jedoch bautechnisch nicht möglich, in ein Restaurant, in dem die Gästetoiletten im Keller untergebracht seien, diese in das Erdgeschoss zu verlagern. Aus Platzgründen könnten auch nicht in jedem Fall Lifte eingebaut werden. Jürgen Benad: „Ihrer Leserin wäre zu raten, sich beim Betreten der Gaststätte nach der Lage der Toiletten zu erkundigen. Aus eigener Wahrnehmung kann ich sagen, dass es eine Vielzahl von Gaststätten bundesweit  gibt, deren Toiletten barrierefrei sind.“

 

Ein Gedanke zu „Das WC im Keller ist für manchen Gast unerreichbar

  1. Roland F.W. Manke

    In gastronomischen Kleinbetrieben, aber auch in Betrieben des Lebensmitteleinzelhandels und des Lebensmittelhandwerks wie Bäckereien, Fleischereien etc. müssen nach einer Deregulierung der entsprechenden Gesetze keine Toiletten angeboten werden, auch wenn Sitzpläze angeboten werden aber bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

    Es dürfen so z.B. nur alkoholfreie Getränke und/oder zubereitete Speisen verabreicht werden. Allerdings müssen die Gäste bereits im Eingangsbereich des Betriebes während der gesamten Öffnungszeit darauf hingewiesen werden, dass keine Toiletten vorhanden sind.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.