„Warum behandelt uns die Bahn wie Schwarzfahrer?“

Moin, moin, das gab Ärger: Zweimal hat sich ein Bordesholmer ihre übertragbare Jahreskarte der Deutschen Bahn ausgeliehen – und dann vergessen, die Karte in ihre Handtasche zurückzustecken.Beide Male wurde seine Partnerin kontrolliert und musste zahlen.

Frau Frank ist oft mit der Deutschen Bahn unterwegs. Für die Strecke von Bordesholm nach Kiel benutzt die Pendlerin eine übertragbare Jahreskarte. Und jetzt kommt Herr Spanier ins Spiel. Weil ihre Karte übertragbar ist, lieh er sie sich schnell mal aus – und vergaß, sie rechtzeitig in ihre Handtasche zurückzustecken. Kann ja mal passieren. Herrn Spanier ist es zweimal passiert. Und beide Male wurde Frau Frank kontrolliert – mit Folgen. Seitdem sind die Bordesholmer nicht gut auf die Deutsche Bahn zu sprechen. „Wir sehen nicht ein, als Strafe einen erhöhten Fahrpreis zahlen zu müssen“, sagten sie am Lesertelefon. Der sogenannte erhöhte Fahrpreis beträgt das Doppelte des gewöhnlichen Fahrpreises für die vom Reisenden zurückgelegte Strecke. Für Frau Frank steht fest: „Ich habe ein Abo, habe also für ein ganzes Jahr bezahlt. Und gefahren ist schließlich immer nur einer von uns. Demnach ist der Bahn kein Schaden entstanden.“ Die Bordesholmer finden es unfair, wie Schwarzfahrer behandelt zu werden. „Das Handeln der Bahn ist lebensfremd“, kritisiert Herr Spanier, eigentlich Autofahrer.

Das sieht die Bahn-Sprecherin anders. „Unsere Mitarbeiter haben lediglich den SH-Tarif angewandt“, erklärt sie. Und listet die Beförderungsbedingungen auf: „Ein Anspruch auf Beförderung besteht nur entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen sowie bei Vorlage einer gültigen Fahrkarte und im Rahmen der zur Verfügung stehenden Kapazitäten. Die auf der Fahrkarte enthaltenen Angaben sind für die Beförderung maßgebend.“ Und: „Ein Fahrgast, der bei Antritt der Fahrt keine gültige Fahrkarte besitzt oder diese nicht vorlegen kann, ist zur Zahlung eines erhöhten Fahrpreises verpflichtet. Kann das erhöhte Beförderungsentgelt nicht unverzüglich entrichtet werden, so erhält der Fahrgast nach Feststellung der Personalien eine schriftliche Zahlungsaufforderung.“
Die Bahnsprecherin fasst zusammen: „Führt der Fahrgast seine Karte im Abo nicht mit sich, dann muss er den erhöhten Fahrpreis zahlen.“ Punktum.

Die Bordesholmer halten nun Ausschau nach einem ansprechenden Zweitwagen.

 

4 Gedanken zu „„Warum behandelt uns die Bahn wie Schwarzfahrer?“

  1. Sunseeker

    Lach… Ist schon klar, die böse Bahn ist schuld. Wie soll denn bitte kontrolliert werden, ob nicht zwei Leute zur gleichen Zeit mit der Abo-Karte fahren? So weit wurde anscheinend nicht gedacht. Getreu dem Motto: schuld sind immer die anderen.

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  2. Der Schwerter

    Auch meine Saisonkarte für Holstein Kiel ist übertragbar, allerdings würde ich niemals auf die krude Idee kommen, daß ich ohne diese ins Stadion komme. Wenn ich meine Karte verliehen habe und zu schusselig bin sie zum Spiel einzustecken, dann ist das mein persönliches Pech, Holstein trifft keine Schuld.

    Genauso verhält es sich auch mit der Abo-Fahrkarte, eigentlich logisch, sollte man denken.

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  3. Monika Mathews

    Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Wer in Hessen eine übertragbare Zeitkarte (Abo-Karte) besitzt und hat diese bei einer Kontrolle nicht dabei, gilt als Schwarzfahrer und zahlt die dafür angesetzten 40,– Euro, oder sind es bereits 60,–!

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  4. Cassia

    Ohne gültigen Fahrschein ist man eben ein Schwarzfahrer, aus welchem Grund man sich dann in einer Zeitung outet erschließt sich mir nicht wirklich, das wäre mir einfach nur peinlich. Es scheint als hätten manche Leute kein Unrechtsbewußtsein mehr. Zweitwagen, da kann ich gleich einen Tipp geben ohne einen Parkschein zu ziehen gibt es auf den ausgewiesenen Parkplätzen ein Knöllchen, da zählt dann nicht “habe ich nicht gewusst, fahre sonst mit der Bahn“ 🙂

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