Polizei warnt: Vermeiden Sie Körperkontakt!

Moin, moin, sie sei immer mutig gewesen. Doch seit dem Vorfall sei sie ängstlich, berichtet die Kielerin mit leiser Stimme am Lesertelefon und bittet darum, ihren vollen Namen nicht zu nennen. Frau E. aus Kiel-Hassee ist ein Opfer des sogenannten Ketten-Tricks.

Die 83-Jährige war an jenem Tag gegen 15.10 Uhr mit ihrem Gehwagen in Hassee unterwegs. In Höhe des China-Restaurants hielt ein Wagen. Eine Frau sprang mit einer Straßenkarte heraus und fragte, wo sie in Hamburg das Klinikum finden könne. „Sie sprach die ganze Zeit auf mich ein, obwohl ich immer wieder darauf hingewiesen habe, mich in Hamburg nicht auszukennen.“ Nach einiger Zeit ermunterte die Fremde Frau E.: „Kommen Sie doch einmal mit zu meiner Mutter zum Wagen.“ Die 83-Jährige folgte ihr die drei Schritte zum Auto. „Am Steuer saß ein Fahrer, auf der Rückbank eine weitere Frau“, erinnert sich Frau E. Und diese habe sich vorgebeugt und ihr gedankt, weil sie versucht habe, ihrer Tochter zu helfen. „Dabei legte sie mir eine billige Kette um den Hals“, erzählt Frau E. Wenig später machte sich das Trio auf und davon. „Erst zu Hause bemerkte ich das Fehlen meines Schmucks.“ Die Kielerin vermisst seitdem ihr Armband, eine Uhr und die Kette mit dem Ehering ihres verstorbenen Mannes. „Seit viereinhalb Jahren habe ich diese Kette Tag und Nacht getragen.“ Frau E. erstattete umgehend Anzeige und möchte möglichst viele Bürger vor diesem Trick warnen. Aus vorgetäuschter Dankbarkeit komme es zu dem verhängnisvollen Körperkontakt, bei dem der echte Schmuck durch eine wertlose Fälschung ausgetauscht werde.
Die Polizei rät in diesem Zusammenhang: „Seien Sie wachsam, wenn Sie auf offener Straße angesprochen werden. Vermeiden Sie jeglichen Körperkontakt zu Fremden. Lassen Sie sich nicht bedrängen und gehen Sie auf Distanz. Lehnen Sie die Annahme von vermeintlichen Geschenken ab.“

Und Frau E.? Sie ist immer noch ängstlich. Sehr ängstlich.

 

 

 

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