Pfiffiger Kieler ließ Trickbetrüger auflaufen

Moin, moin, erneut haben Betrüger versucht, per Enkeltrick Senioren Geld abzunehmen. Doch die Kieler wurden misstrauisch – wie auch unser Leser Heinz Dammers, der sofort die Polizei verständigte und dann seine Zeitung.

Der 75-Jährige erinnert sich noch sehr gut an den Verlauf des Gesprächs:

Das Telefon klingelt.

Leser meldet sich: „Dammers“

Osteuropäisch klingende Stimme: „Hallo, wie geht’s?“

Leser: „Wer ist denn da?“

Stimme: „Onkel Heinz?“

Jetzt schöpft Heinz Dammers Verdacht und fragt: „Willst Du Geld?“

Antwort: „Nein, ich will nur wissen, wie’s Dir geht.“

Damit war das Gespräch beendet. Der Kieler hat nur zwei Nichten und einen Neffen, der mit Sicherheit nicht der Anrufer gewesen ist.

Der 75-Jährige informierte sofort die Polizei, die ihm sagte, sie habe es wieder mit vielen derartigen Gesprächen zu tun. Um solche Trickbetrüge wie auch den Enkeltrick einzudämmen, wiederholt die Polizei daher immer wieder folgende Tipps: Niemandem vertrauen, der sich am Telefon als Verwandter ausgibt, keine Geldmengen zu Hause lagern und nicht im Fremdauftrag Bares von der Bank holen. Betroffene sollten sich im Zweifelsfalle immer an die Polizei unter Tel. 0431/160 3333 oder 110 wenden.

Ein anderer Leser aus dem Kreis Plön regt sich ebenfalls über Enkeltrickbetrüger auf. Als Beispiel nennt er den Fall in Pinneberg. Ein Mann gab sich als Enkel aus und erbeutete von einer 84-Jährigen 45 000 Euro. Der Leser fragt: Warum geben die Banken das Geld heraus? Könnten Banken und Sparkassen ihre Angestellten nicht entsprechend schulen? Warum werden Kassierer nicht aufmerksam oder misstrauisch, wenn betagte Menschen große Geldsummen abheben?

Eine Frage, die mein Kollege, Wirtschaftsredakteur Jan von Schmidt-Phiseldeck, an Lars Hofer vom deutschen Bankenverband weitergab. Von ihm erfuhr er: Richtlinien oder gar Anweisungen, in bestimmten Fällen Kunden kein Geld auszuzahlen, bestehen laut Bankenverband nicht. Es werde aber immer zuerst die Identität des Kunden und die Kontodeckung überprüft. Sprecher Lars Hofer:  „Kreditinstitute sind dann verpflichtet, die gewünschte Summe auszuhändigen.“ Allerdings: „Wenn ein persönliches Verhältnis zum Kundenbetreuer besteht, kann es schon einmal vorkommen, dass auch mal nachgefragt wird, wofür das Geld  verwendet werden soll.“ Auch wenn Kunden beispielsweise einen verwirrten Eindruck machten, könne die Bank einen Auszahlungsvorgang hinterfragen und womöglich stoppen. Haftungsansprüche gegenüber der Bank bei wissentlicher Fehlauszahlung könnten dann gerichtlich geltend gemacht werden, wenn bei der Auszahlung zum Beispiel deutliche Hinweise auf eine Demenz des Kunden ignoriert wurden.

 

 

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