Warum Bedürftige diese Waren nicht bekommen

Moin, moin, immer wieder erreichen uns Anrufe und E-Mails von Bürgern, die mithelfen wollen, die Not der vielen Flüchtlinge zu lindern. „Wir müssen aktiv werden“, lautet ihr Vorsatz.

Angerufen hat beispielsweise eine Kielerin. Die Geschäftsfrau hat es nach eigenen Angaben immer vermieden, Lebensmittel zu vernichten. „Ich bin so von meinen Eltern erzogen worden. Wir hatten Achtung vor Brot und Milch.“ Bei ihrem Einkauf im Discounter fiel ihr ein Mitarbeiter auf, der Puten- und Geflügelfleisch aus den Regalen aussortierte. Die Ware werde vernichtet, erklärte er ihr. Sie sei zwar noch einige Zeit genießbar, aber das Fleisch könne nicht an Bedürftige weitergegeben werden, da der Discounter über keinen Kühlwagen verfüge, erklärte ihr der Mann. Die Kielerin kann nicht nachvollziehen, dass noch verzehrbares Fleisch vernichtet wird, während Menschen Hunger leiden. „Bestimmt hat die Tafel eine Kühlungsmöglichkeit.“ Die Geschäftsfrau ist optimistisch und will sich umhören.

Ein anderes Erlebnis hatte ein Heikendorfer, der sonnabends gerne ausschläft und deshalb erst um 12.40 Uhr bei „seinem“ Bäcker einkaufte. „Es lag noch jede Menge frisches Gebäck in der Vitrine“, erinnert er sich. Dann sei eine Mitarbeiterin mit einem großen Müllsack gekommen und habe die einwandfreie Ware von den Blechen in den Behälter gekippt. „Mir blieb die Spucke weg“, erzählt der Leser und erfuhr: „Diese Ware kommt zum Bauern.“ Der Heikendorfer setzte sich zu Hause prompt an seinen Schreibtisch und formulierte ein Schreiben. Er appellierte an die Firmenleitung der Bäckerei, restliche Brötchen oder Brote den Flüchtlingen am Nordmark-Sportfeld in Kiel zuzuführen und nicht im Trog landen zu lassen. Auch könne er sich eine Aktion „Bäckereien helfen Flüchtlingen mit Gebäck vom Vortag“ vorstellen. Eine Antwort hat er bisher nicht erhalten. „Aber ich bleibe am Ball“, verspricht er.

Ein Gedanke zu „Warum Bedürftige diese Waren nicht bekommen

  1. Jessica Prill

    Moin, moin,

    der Verein foodsharing e.V. hat mit seiner Internetseite foodsharing.de eine Plattform geschaffen, mit deren Hilfe die Lebensmittelverschwendung im gesamten Bundesgebiet eigedämmt werden kann.

    Hier in Kiel wird foodsharing durch derzeit drei Botschafter (Mareike Jokisch, Jessica Prill und Nadja Henze) vertreten und mit einer großen Anzahl freiwilliger foodsaver werden bereits in vielen Kooperationen (vom kleinen Kiosk über Bioläden bis hin zum Versandhandel) die Lebensmittel, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr verkauft werden können, aber noch genießbar sind, gerettet und zum Verzehr weiter verteilt.
    Dafür gehen wir unkonventionelle Wege, indem wir auch Kleinstmengen und Waren über MHD abholen.

    Durch einen Haftungsausschluss, den jeder foodsaver abzeichnet, geht die Produkthaftung bei Übergabe der Lebensmittel durch den Unternehmer auf den foodsaver über. Somit geht der Unternehmer keinerlei Haftungsrisiko ein.

    Mit den geretteten Lebensmitteln werden hier in Kiel unter anderem Obdachlose, Bewohner von Asylunterkünften und auch Flüchtlinge unterstützt; aber auch alleinerziehende Mütter und/oder Väter, Rentner, Studenten oder andere Menschen, die dieses Angebot wahrnehmen wollen. Da die Bedürftigkeit nicht nachgewiesen werden muss, kann grundsätzlich jeder gerettete Lebensmittel erhalten.

    Und: Jeder kann aktiv mitmachen! Hierzu muss man sich lediglich als foodsaver anmelden.

    Weitere Informationen sind auf der Seite foodsharing.de zu erhalten.

    Wenn wir das Interesse bei jemandem geweckt haben, schreiben Sie uns auch gern eine Mail an kiel@lebensmittelretten.de.

    Viele Grüße,
    Jessica für das Botschafterteam foodsharing Kiel

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