Dann doch endlich in Würde Abschied genommen

Moin, moin, Missverständnisse sind an der Tagesordnung. Leider. Wie auch in diesem Fall. Eine aufgeregte Frau teilte am Lesertelefon mit, das von ihr beauftragte Bestattungsunternehmen habe ihr untersagt, sich von ihrer verstorbenen Mutter im Krematorium zu verabschieden. Dies sei seit Monaten verboten. Die Frau war untröstlich.

Folgendes war geschehen: Die allein lebende Mutter unserer Leserin hatte einen Unfall mit Todesfolge erlitten. Die Angehörigen konnten nicht Abschied nehmen, weil die Staatsanwaltschaft die Obduktion angeordnet hatte. Nach zehn Tagen wurde die Leiche freigegeben und von einer Aufbahrung abgeraten. Jetzt teilte der Bestatter mit, die Familie dürfe der Einäscherung im Krematorium Eichhof in Kiel nicht beiwohnen. Dies sei seit Monaten verboten. Sie könnte aber – auf eigene Kosten – eine Einäscherung in Tornisch oder Lübeck verfolgen. Nur eben nicht in Kiel. Die Leserin war erschüttert: „Wir möchten uns endlich würdevoll von unserer Mutter verabschieden können“, wünschte sie am Lesertelefon und bat um Hilfe.

Ein Anruf bei den Feuerbestattungen Schleswig-Holstein brachte Klarheit. „In dem fast 100 Jahre alten Kieler Krematorium finden derzeit umfangreiche Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten im Bereich der großen Halle der Einäscherungsanlagen statt“, berichtet Klaus-Peter Paulsen, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Nach Beendigung der notwendigen Baumaßnahmen bieten wir selbstverständlich den Angehörigen erneut die Option an, dabei zu sein, wenn der Sarg der Kremation übergeben wird.“ Dies soll zum Tag der offenen Tür am Sonnabend, 7. November,  wieder möglich sein.

Die Anwesenheit beim Einfahren des Sarges in die Einäscherungsanlage sei aufgrund des technischen Ablaufs jedoch kein Ersatz für die Abschiednahme, fährt Paulsen fort. Er informiert: „Die Feuerbestattungen Schleswig-Holstein GmbH betreibt in Schleswig-Holstein drei Krematorien an den Standorten Kiel, Tornesch und Lübeck. Für die Abschiednahme von Verstorbenen stehen den Angehörigen sowohl einzelne Abschiedsräume als auch in Kiel zusätzliche Trauerhallen zur Verfügung.“

Unsere Leserin hat in der Zwischenzeit von ihrer verstorbenen Mutter Abschied genommen – würdevoll in einem Einzelzimmer für Angehörige.

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