Tipp am Bahnschalter: Fahren Sie mit dem Auto!

Moin, moin, erst war er verblüfft, dann hat er sich maßlos geärgert. Worüber? Über den „Service“ der Bahn. Geschehen am Kieler Hauptbahnhof.

„Ich dachte erst, ich hätte mich verhört. Aber ich habe richtig verstanden“, erklärt der ältere Herr am Lesertelefon. „Ich möchte mich nicht offiziell beschweren. Aber ich möchte diesen unerhörten Vorfall auch nicht für mich behalten.“

Der Leser kam mit dem Intercity aus Bonn und sollte um 17.21 Uhr in Kiel ankommen. Durch eine Verspätung wurde es 17.44 Uhr. Das ist genau die Abfahrtszeit für den Regionalexpress in Richtung Lübeck. Ehe der Malenter völlig abgehetzt mit dem Koffer in der Hand Wagen 11 und Gleis drei verlassen konnte, war der Regionalexpress schon abgefahren. Auf Gleis eins waren nur noch die Rücklichter zu sehen.

Der Malenter suchte den Serviceschalter auf und erkundigte sich nach der Abfahrtszeit des nächsten Zuges. Er drehte noch einmal um, um zu fragen, ob seine Fahrkarte zuggebunden sei und er sich die Verspätung quittieren lassen müsse. „Ich habe den Mann dann noch gefragt, wieso der Zug auf die Fahrgäste nicht habe warten können. Der Zugführer hätte doch informiert werden können, dass Menschen mit Gepäck aus einem verspäteten IC unterwegs waren.“ Der Mann in dem erhöhten Serviceschalter habe daraufhin auf den Malenter hinuntergeschaut und gesagt: „Der Zug kam aus Passau. Eine Verspätung von 20 Minuten ist für diese lange Strecke nicht schlimm. Fahren Sie doch das nächste Mal mit dem Auto. Sie werden sicherlich auch durch Staus aufgehalten und verspätet ankommen.“

Nach Meinung unseres Lesers ist der Mann als Servicekraft nicht geeignet – eindeutig nicht.

3 Gedanken zu „Tipp am Bahnschalter: Fahren Sie mit dem Auto!

  1. DL6HAK

    WIr wollten am Sonnabend von Bredstedt nach Kiel fahren. InHusum fiel das Stellwerk aus. Es gab einen Schinenersatzverkehr nach Jübek. In Jübek angekommen, ging die Schranke für den Zug nach Kiel herunter und alle Reisende Richtung Kiel konnten dadurch den Zug nicht erreichten.

    DIe 2 Minuten zusätzlich hätte der Zug doch warten können. So dauerte die Bahnfahrt von Bredstedt nach Kiel mit Schinenersatzverkehr 6 Stunden.
    So nicht !!!

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  2. Benni

    Gääähn… das übliche Bahn-Bashing von Leuten, die ganz offensichtlich keine Ahnung haben, weder vom Bahnfahren noch von einem Logsitik-Großbetrieb. Zu dem Artikel: Die Züge nach Lübeck fahren stündlich. Wo ist das Problem?

    Die Bahn kann nicht beliebig „warten“, da sich in solch einem großen Gefüge wie der Bahn daraus immer weitere Verspätungen ergeben. Das baut sich dann im Bahnnetz immer weiter auf.
    Im Übrigen müssen die Betreiber im Nahverkehr für jede Minute Verspätung Strafzahlungen leisten. Warum sollten sie das riskieren?

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  3. Herbert

    Ich habe gestern für die Strecke Kiel-Neumünster mit dem Auto drei Stunden gebraucht. Grund hierfür war ein Stau auf der A7. Mit der Bahn wäre ich in 20 Minuten dort gewesen. Es geht auch andersrum – nur kann man seine Auto-Wut nirgendwo so wirkungsvoll in Szene setzen,.,

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