Zehnjähriger wartete vergeblich auf den Schulbus

Moin, moin, wer auf einen Bus angewiesen ist, der kommt in diesen Tagen wegen des Streiks der Busfahrer nicht wie gewohnt vom Fleck. Leidtragende sind auch Schulkinder sowie deren Lehrer und Eltern.

Der Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Arbeitgebern der privaten Omnibusunternehmen spitzt sich weiter zu. In Schleswig-Holstein haben bereits mehrmals rund 1000 Busfahrer unangekündigt ihre Arbeit niedergelegt, um den Druck in den stockenden Verhandlungen zu erhöhen. Vor allem die Beschäftigten größerer Betriebe mit mehr als 15 Mitarbeitern seien dem Aufruf der Gewerkschaft zu Warnstreiks gefolgt, sagte Verdi-Verhandlungsführer Gerhard Mette.“

So kam und kommt es nach Angaben der Bahn im gesamten Netz der Autokraft zu sehr starken Einschränkungen. Massiv betroffen war zu Streikbeginn beispielsweise die Grundschule Surendorf. Erhebliche Einschränkungen im Busverkehr gibt es auch in den Räumen Eutin und Bad Segeberg.

Nach Meinung von Thorsten aus dem Altkreis Eckernförde müsste die Autokraft die Schulen informieren. Es sei unmöglich, wie mit den Schülern und Schülerinnen umgegangen werde. Er habe am ersten Streiktag von der Arbeitsniederlegung nichts gehört und am Morgen wie gewohnt seinen Sohn zur Schule gebracht. Nach Schulschluss stand der Zehnjährige eine halbe Stunde vergeblich an der Bushaltestelle des Schulzentrums Kronshagen. Auch ein KVG-Busfahrer, den er ansprach, wusste nicht, ob die Haltestelle von der Autokraft noch bedient werde. Der Sohn rief schließlich die Eltern an, die ihn abholten. „Ich habe noch am selben Tag die Autokraft angerufen“, sagt Thorsten. „Aber dort war telefonisch kein Durchkommen.“

Anke Walker wohnt auf der Halbinsel Eiderstedt. Ihre drei Kinder, davon ein Erstklässler, besuchen Schulen in St. Peter Ording. Für die berufstätige Mutter bedeutet der Busfahrerstreik ein Riesendrama. „Ich möchte doch beruhigt aus dem Haus gehen können.“ Häufig ruft sie am Morgen die Autokraft an. „Alle Fahrer seien unterwegs, sagte die Mitarbeiterin. Sie wisse aber nicht, ob nicht noch im Laufe des Tages die Arbeit niedergelegt werde.“ Nach Meinung von Anke Walker haben Busfirmen, die Schüler befördern, auch eine Aufsichts- und Sorgfaltspflicht gegenüber den Kindern. Die kurzfristigen Streik-Entscheidungen seien schrecklich. „Wenn die Schulen rechtzeitig wissen, dass die Busse nicht fahren, können die Eltern und Lehrer Telefonketten bilden.“

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 23. September geplant.

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