Die Jahre der Duldung sind nun vorbei

Moin, moin, seit Jahren parken Kieler Bürger quer zur Fahrbahn. Warum? Weil auf diese Weise mehr Parkraum für mehr Autofahrer gewonnen wird, so lautet ihre Begründung. Doch damit ist nun Schluss, mussten einige Anlieger erfahren, die sich empört am Lesertelefon gemeldet haben.

Beispiel Hansastraße 6-12: Seit Jahren parken Anlieger wie Rüdiger Bellair ihre Autos quer zur Fahrbahn. Doch das gewohnte Parken ist seit einigen Monaten verboten. „Vorher konnten in dem Bereich 18 Wagen stehen. In Längsrichtung zur Fahrbahn finden nur noch sechs bis sieben Autos Platz“, kritisiert der Kieler. Bürger- und Ordnungsamt sowie Verkehrsabteilung der Stadt befürchten: Beim Ausparken würden Radfahrer gefährdet und durch „wildes Parken“ sei die freie Durchfahrt für Rettungswagen und Feuerwehr nicht gewährleistet.

Beispiel Wendehammer im Innweg in Elmschenhagen: Nadine Höftmann schreibt: „Seit Jahren wird auf beiden Seiten im Wendehammer rückwärts geparkt und nicht seitlich, da sonst auf der rechten Seite nur drei statt sechs Autos Platz hätten. Durch dieses Parkverhalten wird meiner Meinung nach das Wenden im Wendehammer nicht beeinträchtigt.“ Nach Jahren der Duldung sehen die Behörden das nun anders. Die Kielerin erhielt einen Strafzettel mit dem Hinweis, sie habe nicht vorschriftsmäßig geparkt und das sei nach § 12 Abs. 4 verboten. Folge: 15 Euro an die Stadtkasse. „Es ist mir ein Anliegen, Ihnen dies mitzuteilen“, schreibt die Kielerin. „Ich finde das Verhalten unverschämt. Kein Pkw-Fahrer wurde behindert.“

Beispiel Wendehammer Lummenstieg in Schilksee: Anlieger wie Detlev Ohrenschall und Saskia Bochert stellen in der Regel im Wendebereich ihre Autos quer zur Fahrbahnseite am Kurpark ab. Seit 33 Jahren. „Aber jetzt verteilt die Stadt Knöllchen, bestimmt auch, um Geld in die Kasse zu bekommen“, ärgert sich Detlev Ohrenschall. Die Stadt verweist auch hier auf Paragraf 12 Absatz 4 der Straßenverkehrsordnung. Zum Parken sei der rechte Seitenstreifen zu benutzen oder der rechte Fahrbahnrand. Aus dem Querparken ergebe sich eine Behinderung für Autofahrer, die den Wendebereich auch als diesen nutzen wollten.

Beispiel Elmschenhagen, Tiroler Ring, Höhe 105: Seit Jahren parken Anwohner wie Renate Happe in der breiten Kurve quer zur Fahrbahn, „weil dann fünf Autos und nicht drei abgestellt werden können“. „Es ist genug Platz da; niemand fühlt sich gestört.“ Die Kielerin erhielt in diesen Tagen die Quittung vom Ordnungsamt: Sie soll 15 Euro überweisen.

6 Gedanken zu „Die Jahre der Duldung sind nun vorbei

  1. Christina

    Momentan sind die Knöllchen-Verteiler auch echt bissig hier bei uns an der Holtenauer Str. und in den Nebenstraßen.
    In den Nebenstraßen gibt es bspw. in der Steinstraße lange nicht so viele Parkmöglichkeiten, wie benötigt würden für die Anwohner. Trotzdem sind die Parkplätze vor dem Metro-Kino an der Holtenauer nur für Kurzparker zugelassen. Warum macht man das??? Zudem haben wir dort jahrelang immer geparkt, ohne ein Ticket zu bekommen (Die Schilder stehen auch so weit außen, dass wir dachten, dort dürfe man parken.) Nun wird hier ständig aufgeschrieben und das geht ins Geld.
    Vor einiger Zeit stand in der KN, dass Kiel grds. genug Parkplätze biete – in den Parkhäusern der Innenstadt. Aber welcher Anwohner von hier oben soll dort parken? Und wie dann nach Hause kommen?
    Zum Teil ist es notwendig, in der Frauenhoferstr./Lichtestr. auf der anderen Seite des Westrings zu parken, wenn man zu ungünstigen Zeiten nach Hause kommt, und dann erstmal 10 Minuten zu laufen.
    Die Anwohner, die sich hier beschweren, tun dies also völlig zu Recht. Die Stadt sollte dringend etwas an der Parksituation für die Anwohner tun – und sei es weitere Anwohnerparkzonen zu schaffen…

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  2. Armin Einfeldt

    Tja so ist das. Beamter sein macht Spaß. Da kann man nichts machen, uns sind auch die Hände gebunden. Etwas laufen lassen, nur weil es sich seit 30 Jahren bewährt hat, wo kommen wir denn da hin?

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  3. solaris55

    warum gibt es die strassenverkehrsordnung wenn sich nur wenige dran halten?das Parken entgegen der Fahrtrichtung ist in Ellerbek doch an der Tagesordnung.Nur weil sich das Ordnungsamt nicht drum kümmert ist es ja nicht erlaubt.Bitte mal in die Aussen bereiche fahren ,dagibt es VIEL zu schreiben.

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  4. Holsteiner Girl

    Leute schimpft bitte nicht auf die Knöllchenschreiber/-innen, die sind nur Befehlsempfänger und bekommen detailliert vorgegeben, wo welches Vergehen bestraft wird. Deswegen wird auch so selten dort kontrolliert, wo die Leute wirklich im Weg stehen, zB. im Bereich Raiffeisenstr/Hbf, es bringt der Stadt schlichtweg zu wenig Geld ein. Beschweren sollte man sich bei den Verantwortlichen im Rathaus, wobei wohl selbst die Leute vom Bürger- und ortnungsamt nicht immer frei sind in ihren Entscheidungen.

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  5. Rick24147

    Kassiert wird wo es nicht not tut , wo man es aber gebrauchen könnte nicht. Wir wohnen im Tiroler Ring 130 – 202 . Hier ärgern wir uns ständig über eine Nachbarin die parkt wie es ihr beliebt . Ob nun mit 2 Reifen auf der Fahrbahn oder direkt halbwegs mit der Pkw schnauze auf der Innsbrucker Straße . Den Vogel schießt sie aber dadurch ab , das sie den Zugang den Mülltonnen dermaßen Versperrt das der ABK die Tonnen nicht leeren kann und man auf seinem und den Müll der Nachbarn sitzen bleibt . Sie braucht es ja nicht zu stören denn Ihre Tonnen sind ja weiter weg auf der anderen Straßenseite. Ebenso blockiert sie hier dadurch nicht nur den Treppenaufgang sondern auch den Rettungsweg für Notfälle. HIER schreitet das Ordnungsamt jedoch NICHT ein . Da können sich ABK, Anwohner und sonnst alle Beschweren. Die Knöllchen- schreiber in E`hagen sind auch schon an Ihr vorbei gefahren , aber Aussteigen wäre dann doch wohl zuviel verlangt. Verkehrte Welt vom feinsten !

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