Sitzen ja, aber bitte auch bestellen

Moin, moin, dieser Eisstand in der Holtenauer Straße kam ihr gerade recht. Christiane Sievers bestellte sich runde Kugeln in einem großen Becher und schaute sich nach einem Sitzplatz um. Und damit begann der Ärger.

„Ich ging ein paar Meter weiter zu Café Fiedler und fragte eine Bedienung, ob ich mich setzen dürfe. Aber da wurde ich richtiggehend belehrt“, beschwert sich die Kielerin am Lesertelefon. Dies wäre doch eine Gemeinheit den anderen Kunden gegenüber, die hier einkehren wollten, habe die Bedienung sie getadelt. Die Kielerin versteht die ganze Aufregung nicht.

Ganz im Gegensatz zu Fiedler-Geschäftsführerin Anke Christen: „In all unseren Geschäften“, so informiert sie, „gibt es sozusagen zwei Bereiche. Das Ladengeschäft verkauft die Ware zur Mitnahme. Für diese Waren müssen wir eine Mehrwertsteuer von sieben Prozent an das Finanzamt abführen. Der zweite Bereich ist der Café-Bereich. Hier werden die Gäste von unseren Mitarbeitern im Service bedient und verzehren die Waren vor Ort. Für diese Waren müssen wir eine Mehrwertsteuer von 19 Prozent an das Finanzamt entrichten, was auch die etwas höheren Preise erklärt. Das ist natürlich überhaupt nichts Neues und wird so in jedem vernünftigen Restaurant gehandhabt. Ich kann mich nirgendwo hinsetzen, ohne etwas zu bestellen. Auch in unserer Außengastronomie wird es so gehalten.“ Anke Christen betont: „Es wäre im Ernstfall sogar illegal, bei einem Café-Besuch nur sieben Prozent Mehrwertsteuer abzuführen.“

Christiane Sievers bleibt gelassen: „Die Bedienung hätte mich ermuntern können, einen Espresso zu dem Eis zu bestellen. Dann wäre das Thema doch gegessen gewesen.“ Auch eine Sicht der Dinge.

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