Manche Spenden sind nicht willkommen

Moin, moin, enttäuscht und wütend meldet sich Hannerl Sinnhuber aus Kiel am Lesertelefon. Sie wollte spenden. Aber ihre Gabe war nicht willkommen.

Mehrfach, so betont die Kielerin, habe sie dem Rot-Kreuz-Markt am Dreiecksplatz einwandfreie Sachspenden zukommen lassen. „Und auch vor einigen Tagen hatte ich neben diversen Gebrauchsartikeln und Bettwäsche eine frischgewaschene, wenig benutzte Kinderbettdecke in sehr gutem Zustand dabei. Die Schlafdecke war einwandfrei. Aber mir wurde gesagt, ich solle sie wieder mitnehmen. Bettdecken würden nicht angenommen. Das sei Vorschrift.“ Die Kielerin schnappte sich Decke und auch das Bettzeug und verließ den Laden. Sie ist fassungslos: „Immer wieder werden wir auf die Not der Flüchtlinge hingewiesen. Warum werden Spenden dann zurückgewiesen?“

Welche Spenden aus welchen Gründen nicht angenommen werden, erklärt an dieser Stelle Antje Cizinski vom DRK-Kreisverband Kiel. Nicht willkommen sind zum Beispiel medizinische Hilfsmittel wie Krücken und Rollstühle. Warum? „Wir können nicht überprüfen, ob sie intakt sind. Und die Lagerkapazitäten sind in den Märkten nicht vorhanden“, informiert die Leiterin der Rot-Kreuz-Märkte. Ebenfalls unerwünscht sind Elektrogeräte. „Darauf müssten wir zwei Jahre Gewährleistung geben.“ Für Mobiliar ist die Möbelbörse die richtige Adresse – und damit sind wir schon bei der Kinderbettdecke angelangt.

„Inletts für Bettdecken und Kopfkissen lehnen wir aus hygienischen Gründen ab. Sie werden von den Kunden auch nicht verlangt.“ Antje Cizinski weist in diesem Zusammenhang auf die DRK-Altkleidercontainer hin. Das Geld, welches wir für den Inhalt bekommen, fließt auch in unsere Projekte vor Ort.“

Und Hannerl Sinnhuber? Sie hat um den Container einen großen Bogen gemacht und Frauen gefunden, die sich über die „Kinderbettdecke in sehr gutem Zustand“ gefreut haben.

 

 

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