Urlauber in Strande recht unsanft geweckt

Moin, moin, er kommt gern in die Landeshauptstadt. Dieter Czudnochowski genießt Jahr um Jahr die Kieler Woche. Doch diesmal ärgerte er sich über ein unsanftes Wecken.

Dieter Czudnochowski aus Aerzen im Landkreis Hameln-Pyrmont hatte von 1993 bis 1995 beruflich in der Landeshauptstadt zu tun. Die Kieler Woche begeisterte ihn. Deshalb ist er ihr treu geblieben und reist Jahr für Jahr für ein paar Tage an. Mit seinem Wohnmobil steht er dann auf dem Parkplatz auf Strander Gebiet in der Nähe des Olympiazentrums Schilksee. „Am Sonntag zur Eröffnung hatten wir volles Programm. Deshalb ist es auch etwas später geworden“, erzählt der Urlauber am Lesertelefon. Am Montag dann das vorzeitige Erwachen: Gegen 7.30 Uhr seien drei oder vier Mitarbeiter des Bauhofes auf den Parkplatz gekommen und hätten mit zwei Motorsensen und einer elektrischen Heckenschere eine etwa 300 Meter lange Hecke beschnitten, die Bordsteinkanten gereinigt und dabei einen Höllenlärm verursacht. Der so unsanft geweckte Urlauber weist auf die Stellgebühr von zwölf Euro pro Tag hin und fragt, warum die Gemeinde Strande diese Arbeiten nicht vor der Kieler Woche in Angriff genommen hat. An dem Morgen habe er acht Wohnmobile gezählt, die gern an Hecken geparkt werden und dadurch die Mitarbeiter des Bauhofes behinderten. Vor der Kieler Woche wäre also ein Heckenschneiden auch einfacher gewesen, vermutet er.

Bürgermeister Dr. Holger Klink betont auf Nachfrage, das Ostseebad Strande sei eine sehr touristenfreundliche Gemeinde. „Daher bedauern wir diese empfundene Störung sehr. Möglicherweise hilft aber nachfolgende Erklärung und führt auch zu einem stückweiten Verständnis für den angemahnten Formschnitt der Hecken.“

Wer nämlich erst Ende Juni oder im Juli schneide, spare erhebliche Arbeit. „Die Pflanzen befinden sich im Frühsommer im zweiten Wachstumsschub des Jahres. Wer also zu früh die Heckenschere auspackt, muss sie deshalb noch ein zusätzliches Mal einsetzen – zum Nachteil der vielen Gäste. Da auf diesem beliebten Platz im gesamten Sommer Wohnmobilisten parken, ist eine Beeinträchtigung sowohl für die Mitarbeiter des Bauhofes als auch für die Wohnmobilisten nie vollständig auszuschließen.“ Schließlich müssten diese Arbeiten in Abwägung der Besucherzahlen, des Naturschutzes und der Arbeitszeiten irgendwann erledigt werden.

Klink hofft, dass sich der treue Urlauber im kommenden Jahr wieder für Strande entscheidet.  „Sollte in dieser Zeit eine morgendliche Störung erfolgen, dann nur, weil ich ihm und seiner Familie frische Brötchen bringe. Zufriedene Gäste sind uns in der Gemeinde die liebsten Gäste!“

Und ich verspreche, den Kontakt herzustellen.

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