Rucksackträgerin musste draußen bleiben

Moin, moin, vor dem Einkauf im Citti-Markt möge sie doch bitte ihren Rucksack abgeben, bat sie der Security-Mitarbeiter. Angelika Wöhlk wollte das nicht – und musste draußen bleiben. Die Kielerin ist empört.

„Andere Kundinnen mit Handtaschen wurden nicht behelligt“, beklagt sie sich am Lesertelefon. Sie sei behindert, weshalb sie keine Handtasche tragen könne, sondern Papiere, Geld und Medikamente in dem Rucksack mit sich führe. Und außerdem: Wenn man denn wollte, könnte man als Handtaschenträgerin  einfacher stehlen als mit einem Rucksack, ist Frau Wöhlk überzeugt und wünscht eine Erklärung.

„Selbstverständlich sind uns alle Kunden herzlich willkommen, ob mit Handtasche oder Rucksack“, beteuert Marktleiter Bernd Schumacher. „Die Mitarbeiter der Security sind gehalten, alle Kunden mit größeren Taschen zu bitten, diese in den Schließfächern zu deponieren.“ Möglichkeiten dazu gebe es an der Leergutannahme und im Bereich der Hallenleitung. „Keineswegs wird Kunden der Zugang verwehrt, wenn die Möglichkeit zum Lagern von Taschen, Tüten und Rucksäcken  nicht genutzt wird. Sollte sich der Security-Mitarbeiter so geäußert haben, war das sicher missverständlich“, betont der Marktleiter. „Möchte eine Kundin oder ein Kunde keine der genannten Möglichkeiten nutzen, bitten wir die Dame oder den Herrn, beim Verlassen des Marktes die mitgeführte Tasche beziehungsweise den Rucksack an der Kasse oder an der Hallenleitung vorzuzeigen.“

Aber da fallen uns doch wieder die Worte der Verbraucherzentrale ein: Ein Blick in die Tasche, ohne dass der  konkrete Verdacht eines Diebstahls vorliegt, sei ein unzulässiger Eingriff in das Persönlichkeitsrecht. Wie sagte damals Sprecher Thomas Hansen an dieser Stelle? „Eine Tascheninspektion ist nur erlaubt, wenn ein Dieb tatsächlich auf frischer Tat ertappt wird. Besteht nur ein Verdacht, dürfen Hausdedektive oder Ladenpersonal lediglich Personalien aufnehmen. Durchsucht werden darf die verdächtige Person ausschließlich von der Polizei.“

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