Begegnungsflächen sind Vergangenheit

Moin, moin, viele Jahre lang war es erlaubt. Die Bewohner des Awo-Hauses Sandberg in Kiel hatten es sich auf jedem Flur im Bereich des Balkons gemütlich gemacht. Doch damit ist jetzt Schluss.

Bruno Küchenmeister fühlt sich seit fünf Jahren wohl im Kieler Sandkrug. In der neunten Etage genießt er den Ausblick und die Gespräche vor der Tür. „Insgesamt gibt es acht Wohneinheiten auf jeder Etage. Damit wir nicht vereinsamen, haben wir uns auf den großen Fluren getroffen. Die Begegnungsflächen sind gemütliche Plätze. Dort stehen Stühle und Pflanzen.“

Doch dann erhielten die Bewohner Schreiben von der Kieler Wohnungsbaugesellschaft. „Aus Sicherheits- und Brandschutzgründen dürfen auf den Gemeinschaftsflächen und in den Fluren keine Gegenstände gelagert oder abgestellt werden“, heißt es in dem Fax. „Im Notfall können diese Gegenstände Ihnen und Ihren Nachbarn den Fluchtweg versperren. Das kann Menschenleben kosten.“ Es folgte die Aufforderung, die Begegnungsflächen zu räumen und die Flure frei zu machen. Nicht nur Bruno Küchenmeister war fassungslos und traurig. „Dieser Treffpunkt ist für uns wichtig. Hier haben wir uns alle im Blick. Wieso kommt nach so vielen Jahren ein Verbot? Wäre nicht ein Umdenken möglich?“

Fragen, die Annington-Sprecherin Nina Henckel beantwortet: „Wir nehmen das Thema Fluchtwege und Sicherheit in unseren Gebäuden sehr ernst und machen regelmäßige Kontrollen auf Sicherheit. Bei einer solchen Kontrolle ist deutlich geworden, dass sich die Nutzung der Flure immer weiter ausgeweitet hat. Hinzu kommt, dass es in Kiel in jüngster Zeit zu einigen Bränden auf dem Ostufer gekommen ist.“

Nina Henckel verweist auf die anderen Treffpunkte: das Stadtteil Café (11-13 Uhr) und den Bingoraum. Sollte dieser abgeschlossen sein, könne sich jeder Bewohner den Schlüssel bei Frau Hoch (Awo) oder Objektbetreuer Björn Krämer abholen, um zu spielen, zu puzzeln oder Kaffee zu trinken.

 

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