Kieler Leserin fühlt sich gläsern

Moin, moin, nein, ihren Namen möchte sie nicht auch noch nennen. Es reicht ihr schon, dass sie wichtige Post vermisst. Die Leserin fühlt sich gläsern.

Bereits vor dem aktuellen Poststreik ging die Kielerin drei Monate lang leer aus. Keine Postkarten. Keine Briefe. Bis heute wurden sie ihr nicht zugestellt. Sie erhielt Mahnungen von Ärzten, weil sie die Rechnungen nicht bekommen und deshalb auch nicht beglichen hatte. Sie erhielt zehn Glückwunschkarten und -briefe nicht zum Geburtstag und konnte sich deshalb bei den Absendern nicht bedanken, was ihr natürlich unangenehm ist. Nicht angekommen ist ein Auszug der Postbank mit sämtlichen Kontonummern. Sie hat eine Reise gebucht und erhielt keine Bestätigung. Außerdem fehlt der Bestattungsvorsorgevertrag mit einer Kassette mit Musik für die eigene Beerdigung. Die Kielerin fühlt sich gläsern. „Wem diese Post in die Hände gefallen ist, der weiß alles über mich.“ Und die Post? „Die hat meine Beschwerden abgebügelt.“

„Wir legen großen Wert auf die zuverlässige Auslieferung der uns anvertrauten Sendungen“, schreibt der Kundenservice der Deutschen Post. „In Ihrem Auftrag dürfen wir jedoch nicht nach den fehlenden Sendungen suchen, denn eine Nachforschung kann aus datenschutzrechtlichen Gründen nur der Absender veranlassen. Für Ihr Anliegen bezüglich Ihres Kontos ist die Postbank zuständig.“

Der Kundenservice lässt freundlich grüßen und schließt: „Wenn Sie bald wieder mit uns zufrieden sind, freuen wir uns.“

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