Müllwerker bringen Rentner um den Schlaf

 

Moin, moin, früher, noch als Berufstätiger, da musste er bei Wind und Wetter mitten in der Nacht aufstehen und das warme Bett verlassen. Jahrelang. Heute – als Rentner – genießt er es, länger schlafen zu dürfen. Hans Hübner aus Kiel ist der festen Überzeugung, er habe ein Recht auf Ruhe bis 7 Uhr. „Aber an Abfuhrtagen kommen die Müllwerker und veranstalten einen Riesenlärm – und das bereits vor 6.30 Uhr. Und dann ist es mit meiner Nachtruhe vorbei“, beschwert er sich am Lesertelefon. Hans Hübner begehrt auf. Er will schlafen. Bis 7 Uhr. Punktum!

Greifen könnte hier die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Sie untersagt Lärmterror in Wohngebieten vor 7 und nach 20 Uhr. In dieser Zeit ist es untersagt, Müllsammelfahrzeuge, Motorrasenmäher, Kehr- und viele Baumaschinen in Betrieb zu nehmen.

Unglücklich ist nur, dass die Bremerstraße, in der Herr Hübner wohnt, nicht in einem allgemeinen Wohngebiet liegt, sondern dieses Gebiet nur abgrenzt. „Anzuwenden ist hier daher die Technische Anleitung Lärm“, informiert Richard Maaß vom Ministerium für Energie, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. „Die TA Lärm ist ebenfalls eine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz und hat eine Nachtzeit von 22 bis 6 Uhr. Aufgrund möglicher Immissionsrichtwertüberschreitungen bei den nächstgelegenen Häusern sollten während dieser Zeit keine Entleerungen in dieser Straße stattfinden.“

Vielleicht wird dies Herrn Hübner trösten: Für den zeitlichen Einsatz von Müllentsorgungsfahrzeugen gibt es nämlich Ausnahmen – auch in Wohngebieten.

 

 

 

 

 

 

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