Anlageberaterin passte Kundenwunsch nicht

Moin, moin, Toni Kresse (Name von der Redaktion geändert) meinte es nur gut, als er seinen Eltern eine kleine Summe überwies und ihnen riet, das Geld vom normalen Girokonto auf das Festgeldsparbuch zu überweisen. Dort liege es sicher und sei schnell verfügbar. Seine 78-jährige Mutter erhielt prompt einen Anruf der persönlichen Kundenbetreuerin des Kreditinstituts, die sie zu einem Termin bei der Anlageberaterin überredete.

„Es hieß zunächst, es könne nur ein Bruchteil des Geldes auf das Festgeldsparbuch überwiesen werden. Und bei einem gemeinsamen Termin wurden wir auf Genossenschaftsanteile eingeschworen“, ärgert sich der Sohn. Erst nach mehreren Wochen und dank großer Hartnäckigkeit erhielten seine Eltern endlich die Papiere für das Festgeldsparbuch.

Michael Herte von der Verbraucherzentrale hält es für skandalös, wenn Mitarbeiter eines Kreditinstituts versuchen, ihre Kunden so lange zu bearbeiten, bis diese ein provisionsträchtiges Geschäft abschließen. „Wenn ein Kunde den festen Willen äußert, einen Betrag als Einlage einzuzahlen – Girokontoguthaben, Sparbuch oder Termingeld –  muss ein Kundenberater diesen Wunsch akzeptieren. Alles, was über eine knappe Information zu anderen Anlageformen hinausgeht, betrachte ich als Aufdrängen. Gerade gegenüber älteren und unerfahrenen Kunden muss ein verantwortungsvoller Berater vor Risiken einer Anlage warnen und Irrtümer aufklären.“

Und Toni Kresse ist nur froh, dass die Anlageberaterin seinen Eltern nicht empfohlen hat, einen Bausparvertrag abzuschließen.

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