„100 Prozent Polyester“ oder doch ein Echtpelz?

Moin, moin, haben Sie sich auch zu Beginn der Herbst-Winter-Saison ein neues, wärmendes Kleidungsstück zugelegt? Und waren bisher der felsenfesten Überzeugung, dass es sich bei der Felloptik der Kapuze selbstverständlich um Kunstbesatz handelt? Dann sollten wir an dieser Stelle Ailin Reimers aus Lutterbek zu Wort kommen lassen. Sie behauptet: „Die Leute wissen manchmal gar nicht, was sie tragen.“

Fell-Bommel, Fell-Kragen, Fell-Futter – Pelz sieht man wieder überall. Für Ailin Reimers aus Lutterbek ist dieser Anblick schwer zu ertragen. Ihr fällt es schwer, überhaupt noch auf die Straße zu gehen. „Ständig kommen mir Leute entgegen, die gequälte Tiere tragen.“

Vor fünf Jahren, weiß unsere Leserin, war es noch tabu, Echtpelz zu tragen. Und obwohl die Mehrheit der Deutschen Echtpelz immer noch ablehnt, sterben jährlich 85 Millionen Tiere für flauschig-warme Kragen oder puschelige Bommel, informierte auch unlängst der NDR in einer Dokumentation. Denn mancher Echtpelz sei heute billiger als Kunstpelz. Außerdem werden die Kleidungsstücke nicht immer richtig deklariert, berichtete in diesen Tagen auch die „Rheinische Post“. Ein verarbeiteter Echtpelz wurde beispielsweise als „100 Prozent Polyester“ ausgezeichnet. Das EU-weite Import-Verbot für Haustier-Felle werde immer wieder übergangen.

Und hier ein Tipp für alle, die wissen möchten, aus welchem Material der Bommel auf der neuen Wollmütze oder der Pelzbesatz besteht. Ailin Reimers: „Was genau verarbeitet worden ist, verrät ein Feuerzeugtest. Zwei Härchen aus dem Pelzkragen ziehen und ankokeln. Wenn es wie verbrannntes Haar riecht, ist es echt.“

Eine Liste der pelzfreien Warenhäuser – die gibt es nämlich auch – ist im Internet zu finden.

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