Wer vergaß die Halteverbotsschilder?

Moin, moin, jeder Mensch hat mit Sicherheit schon einmal etwas vergessen: den Haustürschlüssel, die Geldbörse, Taschentücher oder gar die Lesebrille. Aber Halteverbotsschilder? Doch genau das ist geschehen. Mitten in der Landeshauptstadt und sehr zum Ärger mindestens einer Bürgerin.

Die Kielerin aus der Nietzschestraße wusste sich keinen Rat mehr. „In Höhe meiner Hausnummer stehen seit drei Monaten oder noch länger auf beiden Bürgersteigen mindestens vier vergessene Halteverbotsschilder“, beschwerte sie sich am Lesertelefon. Diese Schilder seien in der Dunkelheit kaum zu erkennen. Ihre Freundin sei über einen der schweren Betonsockel gestolpert und gestürzt. Die Leserin befürchtete, auch andere Passanten könnten sich verletzen. „Ich habe bereits mehrfach das Ordnungsamt angerufen. Doch die Mitarbeiter erklärten sich für nicht zuständig, wollten die Angelegenheit jedoch weitergeben.“ Aber passiert sei bisher nichts.
Unsere Leserin war sehr in Sorge.

Nach kürzester Zeit war dieses Problem gelöst.

„Die mobilen Halteverbotsschilder samt Mast und Fuß in der Nietzschestraße auf beiden Gehwegen werden abgeholt und zum Bauhof des Tiefbauamts gebracht, damit die Gehwege auf beiden Straßenseiten wieder frei sind“, versprach umgehend Arne Gloy vom Pressereferat der Stadt Kiel auf meine Anfrage. Die Schilder seien wohl nach einem privaten „Einsatz“ vergessen worden. „Jedenfalls gehören die Schilder nicht der Stadt und sind auch nicht von der Stadt aufgestellt worden.“

Ohne größeren Aufwand lasse sich nicht herausfinden, wer wann das Aufstellen dieser Schilder beim Bürger- und Ordnungsamt beantragt habe – falls es einen Antrag gab, gab der Sprecher zu bedenken. Denn: „Ein vorübergehendes kurzfristiges Halteverbot am Straßenrand – beispielsweise für einen Wohnungsumzug oder einen Sperrmüllcontainer – kann bei der Straßenverkehrsbehörde bürokratiearm online gestellt werden. Es wird dann in der Regel ohne besonderen Bescheid und ohne Gebühren genehmigt. Nur dann dürfen Sie vorübergehend Halteverbotsschilder aufstellen und dann auch dort falsch parkende Autos abschleppen lassen. Von diesen Fällen gibt es mehrere Tausend im Jahr. Gut möglich, dass nach solch einem Fall die Schilder aufgestellt und anschließend vergessen worden sind“, heißt es aus dem Rathaus.

Aus der Nietzschestraße kommen keine Klagen mehr. Für unsere Leserin zählt nur eins: das Ergebnis.

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