Warum eine ehrliche Finderin zahlen muss

Moin, moin, einen original verpackten Spielzeugpanzer entdeckte die zehnjährige Jenny aus Trensahl (Gemeinde Probsteierhagen) beim Spielen im Gebüsch. Und weil das Mädchen zur Ehrlichkeit erzogen worden ist, gab sie ihren Fund offiziell als Fundsache ab. „Aber Ehrlichkeit scheint heute nichts mehr wert zu sein“, schimpfte ihre Mutter Dagmar Hecht nach einem Gespräch mit dem Ordnungsamt in Schönberg jetzt am Leser-Telefon.

Was war passiert? Die kleine Jenny hatte also pflichtbewusst ihren Fund abgegeben. Nach geraumer Zeit meldete sich das zuständige Ordnungsamt in Schönberg und fragte, ob sie denn das Spielzeug haben wolle, denn ein Besitzer habe sich nicht gemeldet. Jenny wollte. Und ihre Mutter, Dagmar Hecht, machte sich auf den Weg.

„Was mich dort erwartete, hätte ich nie für möglich gehalten“, schimpfte sie am Telefon. „Bevor man mir das Spielzeug aushändigte, verlangte man von mir drei Euro Lagerungsgebühr. Es ist für mich unverständlich, wie man Kindern für eine gute Tat auch noch ihr geringes Taschengeld abknöpfen kann.  Ehrlichkeit lässt man sich heute bezahlen. Wer hätte denn diese Lagerungskosten bezahlt, wenn ich das Spielzeug nicht abgeholt hätte?“

Eine Frage, die der Leiter des Amtes für Bürgerangelegenheiten beim Amt Probstei, Stefan Gerlach, beantwortet: „In diesem Fall würde der Finder seine Eigentumsrechte verlieren. Das Eigentum an der Sache würde an die Gemeinde des Fundortes übergehen und eine Verwaltungsgebühr nicht anfallen. Die Fundsachen werden dann von der Fundbehörde öffentlich versteigert und die Versteigerungserlöse zur Deckung des Aufwands der Fundbehörde verwendet. Die Erlöse treten so quasi an die Stelle der Verwaltungsgebühr.“ Melde sich hingegen der Eigentümer bei der Fundbehörde, müsse dieser die Verwaltungsgebühr entrichten und dem Finder zusätzlich den Finderlohn zahlen. Die drei Euro seien übrigens eine Mindestgebühr, betonte Gerlach.

Und diese Gebühr wird nicht vom Taschengeld abgezogen, versprochen! Diese Kosten hat selbstverständlich Dagmar Hecht übernommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.