Klausdorferin ließ Gewinnchance kalt

Moin, moin, ja, Frau Gennat, Sie haben alles richtig gemacht. Hätten Sie das nicht, wäre es Ihnen vermutlich so ergangen wie dem Freiburger Rentner, der nach und nach für 20 000 Euro Bücher, DVDs und CDs bestellte. Nicht, weil er sie benötigte, sondern weil er glaubte, mit der Bestellung seine Chancen zu erhöhen, bei den Gewinnspielen seiner Abonnementzeitschrift endlich das große Los zu ziehen. Außerdem gefielen ihm die persönliche Ansprache und die schmeichelnden Formulierungen.

Elli Gennat, Schwentinental-Klausdorf, erhielt immer wieder Post von diesem Unternehmen. Es handelte sich um „die Vorbereitungen für eine Gewinnauszahlung für den Gewinnfall“. Sie sei auserwählt „für eine persönliche Chance auf die Gewinnsumme von 650000 Euro“. Der Gewinnscheck werde in der Kurstadt Baden-Baden überreicht. Vorsorglich habe der Absender schon mal günstige Zugverbindungen herausgesucht und schicke ihr den Fahrplan Kiel-Baden-Baden. In wenigen Tagen erhalte sie Post mit ihren persönlichen Teilnahmeunterlagen. „Wie verhalte ich mich?“, fragte Frau Gennat. „Und was bezweckt der Verlag?“

Nach Auskunft von Julia Buchweitz von der Verbraucherzentrale falle Reader’s Digest schon seit längerem durch seine fragwürdige Werbung auf. „Die Schreiben sind oft sehr verwirrend aufgemacht, sodass man meint, nur an dem Gewinnspiel teilzunehmen, in Wirklichkeit aber eine Bestellung tätigt. Teilweise wird auch suggeriert, dass viele Bestellungen die Gewinnchancen erhöhen, sodass auf diese Weise zu weiteren Bestellungen angeregt wird. Insgesamt dienen Gewinnspiele heutzutage in den allermeisten Fällen dazu, an Daten zu gelangen oder Produkte zu verkaufen, daher sollte man stets vorsichtig sein.“

Letztlich müsse man sich immer eines vor Augen halten: „Niemand hat etwas zu verschenken! Werbung, die oft ja auch sehr teuer für die Unternehmen ist, dient immer dem Zweck, Produkte zu verkaufen und den Umsatz und damit auch den Gewinn zu steigern. Niemals würde ein Unternehmen Kosten in Werbung investieren, nur um wohltätig zu sein,“ unterstreicht die Rechtsreferentin.

Also, Frau Gennat, Sie haben alles richtig gemacht. Derartige Post gehört auf Nimmerwiedersehen in den praktischen Rundordner!

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