„Keine Angst vor den Alten!“

Moin, moin, sie hatte sich schon längst melden wollen, doch jedes Mal wurde sie abgelenkt. Als sie jetzt einen Artikel über die Studie der Rettungskooperation Schleswig-Holstein las, da griff sie zum Hörer. Christel Zindler aus Kiel ist verärgert.

„Die Einsatzzahlen der Rettungsdienste im Land steigen ungebremst und bringen die Helfer stellenweise schon heute an ihre Grenzen“, machte der Bericht deutlich. Hauptgrund sei der demografische Wandel. Immer mehr Menschen würden immer älter. Die Kielerin ist empört. „Ich störe mich daran, wenn immer die Alten als eine Gruppe dargestellt werden, die für die Gesellschaft eine Last bedeutet. Altern hat nichts mit alt werden zu tun. Ich kenne in meinem Umfeld viele „junge Alte“ und „alte Junge“. Und so mancher „Alte“ macht den „Jungen“ noch etwas vor.

Gerade die Älteren, betont die Kielerin, übernehmen ehrenamtliche Aufgaben. Wie sie bis vor einiger Zeit auch: im Seniorenheim, im Hospiz sowie als Grüne Dame bei der ökumenischen Krankenhaushilfe. „Die vielen Kontakte zu betagten Menschen haben mein Leben bereichert“. Christel Zindler fühlt sich mit ihren 73 Jahren noch lange nicht alt. „Man muss nur das Glück in sich selbst finden. Dann ist auch das Verhältnis zwischen den Generationen gut“, hat die Kielerin erfahren und wünscht, mit dem nötigen Respekt behandelt zu werden: „Also, keine Angst vor den Alten, eventuell aber etwas mehr Achtung!“

 

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