Ausbildungsbetrieb ließ junge Frau im Regen stehen

Moin, moin, stellen Sie sich doch einmal folgende Situation vor: Sie haben die Prüfung zum Fachabitur bestanden und können am 1. September mit der Ausbildung beginnen. Während der dreimonatigen Probezeit erhalten Sie nur Lob und Anerkennung. Und dann geschieht etwas schier Unglaubliches. „Kann man so mit einem jungen Menschen umgehen?“, fragt uns Großmutter Irmgard Tesch aus Kiel und ist fassungslos.

Irmgard Tesch ist erschüttert. Aber der Reihe nach: Ihre Enkeltochter erhielt nach Vorstellungsgespräch und Probearbeiten zum 1. September eine Lehrstelle als Kauffrau. „Im Laufe der Probezeit wurde meiner Enkelin immer wieder bestätigt, wie zufrieden man in der Firma mit ihrer Arbeitsleistung sei“, erzählt die Kielerin. Doch dann, wie aus heiterem Himmel, wurde der Vertrag zum 30. November gekündigt. „Die Firma gab an, den zeitlichen Aufwand für die Ausbildung unterschätzt zu haben“, informiert Irmgard Tesch. Und teilt auch gleichzeitig die Konsequenzen mit: „Die Möglichkeit der Fortführung der Lehre in einem anderen Betrieb ist schwierig zu verwirklichen. Ein neuer Lehrbeginn 2015 bedeutet ein Jahr Verlust ohne finanzielle Unterstützung. Außerdem stellt die Berufsschule für die drei Monate kein Zeugnis aus, was sehr ärgerlich ist, da meine Enkeltochter sehr gute Noten geschrieben hat, die ihr bei der Suche nach einer Fortsetzung der Lehre sicher geholfen hätten. Hier wird einem jungen Menschen die gesamte Zukunft verbaut.“

In der Zwischenzeit ist die Kielerin nur noch dankbar: der Industrie- und Handelskammer, die den entsprechenden Tipp gegeben hat, und der Brücke Schleswig-Holstein, die ab dem 10. Dezember die Ausbildung übernimmt. „Meine Enkelin muss nicht einmal die Berufsschulklasse wechseln“, freut sich Irmgard Tesch. „Das ist für uns alle ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Vielen Dank!“

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