Ein Deutscher, der sich auch als Australier fühlt

Moin, moin, 30 Jahre lang hat er in dem einen Land gearbeitet, 30 Jahre lang in dem anderen. Klaus Winkler aus Kiel sieht sich als Deutscher – und auch als Australier. Und deshalb möchte er die doppelte Staatsbürgerschaft beantragen. Doch dieses wurde – zumindest vorerst – abgelehnt.

Der Kieler ist enttäuscht: „Die Ausländerbehörde sagte mir, dies sei in meinem Fall nicht möglich.“

Dieter Winkler wurde in Deutschland geboren, wuchs in Deutschland auf. Dann wanderte er aus beruflichen Gründen nach Australien aus. Weil er für die Regierung arbeitete, nahm er die australische Staatsbürgerschaft an. Nach 30 Jahren ist er nach Deutschland zurückgekehrt, weil hier seine Familie lebt. Nun möchte er zusätzlich die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen, was ihm verwehrt wurde. „Die alleinige deutsche Staatsbürgerschaft wäre keine Hürde“, informiert der Kieler. Aber er weiß nicht, ob er dann noch ein Anrecht auf die australische Einheitsrente hätte.

„Eine Einbürgerung nach Paragraf 10 des Staatsangehörigkeitsgesetzes ist grundsätzlich mit der Aufgabe der Staatsangehörigkeit verbunden“, heißt es dazu aus dem Rathaus. „Ob ein insofern gegebenenfalls einschlägiger Ausnahmetatbestand im Sinne des Paragrafen 12 vorliegt, kann nur im Einzelfall geprüft werden“, schreibt Sprecherin Christine Scheffler. Eine Aussage hierzu könne nur mit genaueren Informationen über die Lebensumstände des Lesers getroffen werden.

Was jedoch die Rente anbelangt, kann die Sprecherin beruhigen. „Die Ausländerbehörde der Landeshauptstadt Kiel hat beim Innenministerium des Landes Schleswig- Holstein nachgefragt, ob dort rentenrechtliche Nachteile bei Verlust der australischen Staatsangehörigkeit bekannt sind. Das Ministerium teilte mit, dass es zwei Sozialversicherungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Australien gibt, die genau solche Nachteile ausschließen sollen. Auch sonst liegen dort keine Hinweise vor, dass mit dem Verlust der australischen Staatsangehörigkeit wirtschaftliche oder vermögensrechtliche Nachteile verbunden wären.“

Sehr geehrter Klaus Winkler, vielleicht sollten sie das Angebot der Sprecherin doch annehmen, die betont: „Gerne steht die städtische Ausländerbehörde für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.“

 

 

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