Diesen Möbelkauf möchte Leserin ungeschehen machen

Moin, moin, also gut, liebe Leserin, Ihre Geschichte soll hier erzählt werden. Aber ich werde weder Ihren Namen noch den des Möbelhauses nennen. Warum? Weil ich mir in dieser Angelegenheit kein Urteil erlauben kann. Ich weiß nicht, wer etwas gesagt oder eben nicht gesagt beziehungsweise notiert hat. Doch Ihr Fazit will ich gerne weitergeben.

Die alte Wohnzimmergarnitur hatte ausgedient; der Fernsehsessel auch. Unsere Leserin enterte die Möbelhäuser und sah sich um. Die Auswahl ist groß: Stoff, Leder, Velours oder doch lieber schmutzabweisende Baumwolle? Stauraum unter der Couch? Separater Hocker oder hervorziehbarer Sitz? Lehnenlos oder abklappbare Armstützen? Zeitschriftenfach oder integriertes Tablett in der Lehne? Dunkle Sockel oder doch lieber Metallfüße? Unsere Leserin ließ sich nicht beirren. Sie hatte eine klare Vorstellung und bestellte.

Dann – endlich – rollte der Möbelwagen vor. Das maronenfarbige Leder kam wie gewünscht zur Geltung. Unsere Leserin war überglücklich und nahm Platz – mit ungeahnten Folgen. Der Fernsehsessel im Möbelhaus hatte mühelos die Herz-Waage-Position, bei der die Füße höher als das Herz liegen, erreicht. Bei dem gelieferten Pendant ist diese Einstellung erst gar nicht möglich. Und wenn unsere Leserin das Sofa erklimmt und sich fest gegen die Rückenlehne drückt, dann baumeln ihre Beine in luftiger Höhe fünf Zentimeter über dem Boden.

So kommt es, dass in einem Wohnzimmer im Altkreis Rendsburg Einrichtungsgegenstände ungenutzt herumstehen – seit zwei Jahren, um genau zu sein. Denn unsere Leserin hat immer noch die Hoffnung auf Einigung. Bis dahin hat sie schützend die kunstvolle Decke des Verdrängens über das Inventar geworfen und sich geschworen: Möbel kaufe ich niemals wieder allein! Und Sie bitte lieber auch nicht!

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.