Abschleppkosten für einen nicht abgeschleppten Wagen

Moin, moin, es war im Juli 2013. Da parkte Peter Harter rücksichtslos „mal eben schnell“ auf einem Behindertenparkplatz am Exer in Kiel. Das blieb nicht ohne Folgen. Bei seiner Rückkehr fand er einen Bußgeldbescheid in Höhe von 35 Euro vor. Und in diesen Tagen, ein Jahr und drei Monate später, flatterte ihm erneut eine Rechnung der Stadt ins Haus.

Den Bußgeldbescheid in Höhe von 35 Euro habe er damals zähneknischend bezahlt. „Ich habe das natürlich eingesehen.“ Was Herr Harter nicht einsieht, ist die Zahlungsaufforderung, die ihn ein Jahr und drei Monate später erreicht: ein Leistungsbescheid über 100 Euro für Verwaltungsgebühren und Abschleppkosten. Unser Leser fragt, ob dieses Schreiben ein Versehen ist. Er möchte wissen, wieso er diesen Bescheid erst jetzt erhält und warum ihm Abschleppkosten für einen nicht abgeschleppten Wagen in Rechnung gestellt werden.

Nein, kein Versehen, teilt mir die Stadtverwaltung mit und begründet die zeitliche Verzögerung: hohes Arbeitsaufkommen und dünne Personaldecke in Verbindung mit einer Softwareumstellung.

Mit seinem Verhalten habe Herr Harter einen „rechtswidrigen Zustand herbeigeführt“, weshalb sein Fahrzeug abgeschleppt werden sollte. „ Da Herr Harter allerdings vor dem Beginn der Abschleppmaßnahme sein Fahrzeug entfernte, konnte die Maßnahme abgebrochen werden.“ Dennoch seien Kosten für eine sogenannte Leerfahrt entstanden, da das Abschleppfahrzeug bereits bestellt worden war.

Die Stadtverwaltung tröstet: „Die Kosten wären im Fall des tatsächlichen Abschleppens höher ausgefallen.“ Und sie gibt auch einen Tipp: „Herr Harter ist, wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger, bei Fragen herzlich eingeladen, sich direkt mit dem zuständigen Fachamt in Verbindung zu setzen.“ Außerdem sei die Stadtverwaltung dankbar für Anregungen und Kritik: www.kiel.de/rathaus/ideen_beschwerden.php

Ich übrigens auch.

 

 

 

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