Für diesen Kehraus erntet Kielerin Kritik

Moin, moin, eine Frau der Tat ist Gerda Waldheim, die sich in dieser Woche geärgert und mich deshalb angerufen hat. Sie hatte es nur gut gemeint und den Bürgersteig von Fruchtgehäusen mit Nüssen befreit. Doch für ihren Einsatz erntete sie Kritik der Landeshauptstadt. 

„Massenhaft liegen in diesem Jahr die Fruchtgehäuse mit Nüssen auf den Bürgersteigen. Bei uns in der Zastrowstraße, aber auch in der Harmsstraße. Das ist gefährlich. Die Fußgänger könnten fallen. Einkaufswagen und Rollatoren verheddern sich in den stacheligen Knäuel.“ Und da die Kielerin – wie gesagt – eine Frau der Tat ist, holte sie ihren Besen aus dem Keller, fegte die aufgeplatzten und heilen Gehäuse zusammen und legte sie auf der Straße neben dem Kantstein ab. Etwa zwei bis drei Eimer kamen so zusammen. Dann rief sie die städtische Straßenreinigung an und bat darum, den Berg zu entfernen. „Die sagten mir, das hätte ich nicht tun dürfen. Nun soll ich die Kastanien wegräumen. Das sehe ich nicht ein“, schimpft Gerda Waldheim, die wissen möchte, warum ihr Einsatz kritisiert wird.

„Die Arbeit der städtischen Straßenreinigung ist grundsätzlich nicht so organisiert, Reinigungsleistungen auf Zuruf zu erbringen“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Die Stadtsauberkeit werde wirtschaftlich sinnvoll nach Reinigungsplänen regelmäßig und wiederkehrend von den Straßenreinigern erarbeitet. „Wir begrüßen es und bedanken uns auch dafür, wenn – wie im vorliegenden Fall geschehen – Bürgerinnen und Bürger in Eigeninitiative auch vor der eigenen Haustür kehren, wenn sie etwas stört. Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger dann darum, die aus eigenem Antrieb zusammengekehrten Abfälle in die Abfalltonne am Haus zu geben. Wer das nicht möchte, sollte die zusammengekehrten Haufen nicht verkehrsgefährdend ablegen, sondern so, dass diese ohne Gefährdung für Dritte bis zur nächsten Regelreinigung vor Ort verbleiben können. Sie sollten zudem gut sichtbar sein und ohne übermäßigen zusätzlichen Aufwand beim nächsten Reinigungsturnus von den Straßenreinigern entfernt werden können“, informiert Sprecher Arne Ivers.

Die Straßenreiniger kommen in diesem Fall zu spät. Herr Waldheim – ein Mann der Tat – hat den Berg inzwischen abgetragen und – natürlich – fachgerecht entsorgt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.