Auch Müllberge ziehen Kakerlaken an

Moin, moin, mitunter geschieht es. Da melden mir aufgeregte Mieter Ungeziefer-Befall in ihren Wohnungen. Und fühlen sich wie unlängst Jennifer Brocksen in Kiel-Gaarden mit dem Problem alleingelassen.

Auch ein 21-jähriger Kieler und seine Mutter möchten aus einem Mehrfamilienhaus so schnell wie möglich ausziehen. „Nicht nur in der Wohnung, sondern auch im Keller und auf dem Dachboden krabbeln Kakerlaken. Wir Bewohner haben unseren Vermieter selbstverständlich informiert. Doch der sagt, er habe kein Geld, um hier aktiv zu werden.“ Der junge Mann ist fassungslos.

Es gibt jedoch auch einzelne Mieter, die die Bekämpfung sabotieren, weiß Frank Hannemann, Geschäftsführer der Firma Seemann Schädlingsbekämpfung und Holzschutz in Schwentinental. Dabei sei jede Verzögerung absolut kontraproduktiv und verursache nur weitere Kosten. Im Zweifelsfall sei immer zu einer schnellen Bekämpfung durch einen Fachbetrieb zu raten.

„Wir werden heute deutlich häufiger gerufen als früher. Auch hat sich die Klientel geändert. Gab es früher Schaben nur in der Restauration, so kommen sie heute häufig in Wohnungen vor. Traten Wanzen früher nur in Häusern sozial niedriger Schichten auf, so werden sie heute auch in Wohnungen mit goldenen Wasserhähnen gesichtet. Die Wege der Verschleppung haben sich insgesamt drastisch verändert.“

Die Ursachen für den steigenden Bedarf an Schädlingsbekämpfung sieht der Fachmann in vielen Verhaltensveränderungen: Zunahme von Messietum, vernachlässigte Hygiene auch in Verbindung mit der Haltung von Haustieren, erhöhtes Müllaufkommen sowie Sparsamkeit bei den Gegenmaßnahmen. Auch die zunehmende Reisetätigkeit und die Unterkunft in billigen, sprich unsauberen Hotels sorgten genauso wie die Zunahme von „exotischem“ Warenverkehr für die Verschleppung von Schädlingen. „Das gesamte Spektrum der Schädlingsbekämpfung ist so vielschichtig geworden, dass es eindeutig und immer ausschließlich in die Hände von Fachleuten beziehungsweise Fachfirmen gehört.“

Mutter und Sohn jedenfalls wollen ihr Zuhause nicht länger mit Schaben teilen. Sie suchen schleunigst eine neue Bleibe.

 

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