Ist das Grillen auf Balkonen gestattet?

Moin, moin, erholsame Urlaubstage an der Ostsee verbringt derzeit Hans Kaminski – und doch beschäftigt ihn ein Gedanke. Nach den Ferientagen wird er umziehen. Nein, nein, natürlich will er Dortmund nicht verlassen. Aber er tauscht sein Reihenhäuschen gegen eine Eigentumswohnung mit gut 50 Parteien ein. Noch ist das kein Problem, aber es könnte eins werden. Denn Hans Kaminski grillt so gern.

Wenn Steak und Würstchen duften, die marinierten Zucchinis sich zur gegrillten Paprika gesellen und die Saucen und Dips gereicht werden, dann ist der Urlauber in seinem Element. Dann fehlt ihm nur noch die Ostsee. „Ist das Grillen auf Balkonen gestattet?“, möchte er wissen. Eine Frage, die wir an Haus & Grund weitergereicht haben.

„Es gibt keine allgemein gültigen Regeln für das Grillen auf Balkonen, Terrassen und im gemeinschaftlichen Garten von Wohnungseigentumsanlagen“, informiert Hans-Henning Kujath, Direktor des Verbandes schleswig-holsteinischer Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer. Allgemein anerkannt sei, dass das Betreiben eines Gartengrills auf einem Balkon nicht zulässig ist, da es die Grenzen des Wohnungseigentumgesetzes überschreite. Daher könne ein Grillverbot auf Balkonen im Rahmen der Hausordnung ausgesprochen werden. Im Regelfall statthaft sei die Benutzung elektrischer Tischgrillgeräte. Nach einem Urteil des Amtsgerichts Bonn von 1997 ist das Grillen in einer Miethausanlage auf Balkonen oder Terrassen einmal monatlich bei vorheriger Ankündigung zulässig. Bei konkreten Beeinträchtigungen könne jeder einzelne Eigentümer Unterlassung verlangen. Kujath: „Ob im gemeinschaftlichen Garten gegrillt werden darf, hängt auch von der Lage und Größe des Gartens, von der Häufigkeit und auch von den verwendeten Geräten ab. Wir raten Wohnungseigentumsgemeinschaften, sich klare Regeln in der Hausordnung zu geben, damit sich alle Eigentümer entsprechend verhalten können. Bestenfalls sollte man die Nachbarn gleich mit oder zumindest einmal im Jahr gesondert zum Grillen einladen. Dann ist die gegenseitige Toleranz noch größer.“

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