Diese Taxifahrt möchte sehbehinderte Frau vergessen

Moin, moin, heute kommt eine Leserin zu Wort, die für die Hinfahrt mit dem Taxi 13 Euro bezahlte und für die Rückfahrt mehr als 30 Euro. Und falls Ihnen Ähnliches passiert ist, dann melden Sie sich doch.

„Ich möchte andere warnen“, meldete sich verzagt die 85-jährige Klausdorferin, die darum bittet, ihren Namen nicht zu nennen. Sie möchte diesen gemeinen Vorgang am liebsten so schnell wie möglich vergessen, aber auch andere warnen. Nach der Rückkehr von einem Ausflug nahm sich die sehbehinderte Frau gegen 20 Uhr das erste Taxi in der Schlange vor dem Kieler Hauptbahnhof und ließ sich nach Schwentinental-Klausdorf fahren – eine Fahrt, für die sie am Morgen in umgekehrter Richtung 13 Euro bezahlt hatte. Vor dem Haus angekommen, gab sie dem Fahrer einen Fünf-Euro-Schein, bemerkte ihren Irrtum und reichte einen 20-Euro-Schein nach. Der Fahrer bat sie um Hartgeld, was sie ihm ebenfalls aushändigte. Nur, sie erhielt kein Geld zurück: nicht den Fünf-Euro-Schein, nicht das Wechselgeld auf den 20-Euro-Schein – und das Hartgeld hatte sie ihm ja auch gegeben: insgesamt mehr als 30 Euro. Das alles sei ihr erst aufgefallen, als der Wagen schon außer Sicht war.“

Thomas Krotz vom Landesverband für das Taxi- und Mietwagengewerbe bedauert diesen Vorfall. Die Verhaltensweisen einiger „Kollegen“ seien wohlbekannt. „Hilfreich wären Testfahrten des Ordnungsamtes, die aber nach unserem Kenntnisstand aus Personalmangel nicht durchgeführt werden. Wir können daher nur empfehlen, sich beim Einsteigen die Taxinummer oder das Kennzeichen zu merken. Alternativ könnte die Dame ihr Taxi telefonisch bei einer der beiden großen Zentralen ordern. Vorteil: Sowohl die Bestellung als auch die Fahrt selbst werden dokumentiert und können im Zweifelsfall eindeutig nachvollzogen werden.“

Die meisten Kolleginnen und Kollegen seien ehrlich und hilfsbereit. „Um wieder neues Vertrauen zum Angebot Taxi zu finden, aber auch um den finanziellen Schaden etwas zu lindern, haben wir für die Dame ein Angebot.“ Und damit verspricht Thomas Krotz unserer Leserin eine Taxifahrt innerhalb des Kieler Stadtgebiets zum Nulltarif. Einzige Bedingung:

Unbedingt 24 Stunden vorher bei der Kieler Funk-Taxi-Zentrale bestellen – und dann unbesorgt einsteigen. Herr Krotz, ich bedanke mich sehr – auch im Namen unserer Leserin.

 

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