Unerwünschte Anrufe aus dem Ausland

Moin, moin, verfolgt fühlt sich Kristian Großmann aus Kiel-Gaarden (Name von der Redaktion geändert). Seit einem halben Jahr findet er fast täglich nach Dienstende in seiner Anrufliste zwei Auslandstelefonnummern vor.

Eine mit spanischer Vorwahl, die andere aus Frankreich. Jetzt, während seines Urlaubs, war er zum Zeitpunkt der Anrufe zu Hause und nahm die Gespräche entgegen. „Aus Frankreich meldete sich ein Italiener, der fragte, ob ich gern italienisch esse. Er wollte mir Lebensmittel liefern. Und unter der spanischen Telefonnummer bot mir ein Mann – ich vermute ein Serbe – eine Energieberatung an.“ Frank Großmann unterbrach die Gespräche, wird aber weiterhin von diesen beiden Nummern angewählt – in schöner Regelmäßigkeit.

„Leider gibt es bei unerwünschten Werbeanrufen aus dem Ausland nicht die gleichen rechtlichen Möglichkeiten wie bei Anrufen aus Deutschland“, informiert Julia Buchweitz von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Wer belästigt wird und seine Nummer verständlicherweise nicht wechseln möchte, der sollte eine Rufnummernsperre für bestimmte eingehende Anrufe in Erwägung ziehen.“ Die Bedienungsanleitung gebe Auskunft, ob die Einstellung selbst vorgenommen werden könne. Ansonsten sollte diese Möglichkeit beim Telefonanbieter beziehungsweise Hersteller des Endgerätes erfragt werden. Bei der Option einer „Whitelist“ wiederum würden nur bekannte Rufnummern durchgestellt. Um diese aufzulisten, könnte der Verbraucher seine Rechnungen auswerten.

„Lassen Sie sich bei Werbeanrufen aus dem Ausland nicht in Gespräche verwickeln“, warnt die Verbraucherzentrale. Sofort sollte das Gespräch beendet werden. Julia Buchweitz: „Viele unterschätzen, wie schnell ein Vertragsabschluss am Telefon zu Stande kommt und welchen Ärger man sich damit vielfach einhandeln kann. Außerdem lassen die Telefonate nur nach, wenn die Anrufer merken, dass nichts zu holen ist.“

Ein Ausspionieren, ob Herr Großmann zu Hause ist, hält die Verbraucherexpertin nicht für ausgeschlossen, aber doch für unwahrscheinlich, denn durch – beispielsweise – Rufnummernumleitungen könne heutzutage niemand sicher sein, wo sich der Angerufene gerade befinde. „Wahrscheinlicher ist der Versuch, Verträge am Telefon zu schließen und Daten zu erfahren.“

 

 

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