Darf ich mein Heimtier im heimischen Garten bestatten?

Moin, moin! Nein, nur das nicht. Ihren Namen möchte sie nicht nennen, um das gemeinschaftliche Miteinander im Mehrfamilienhaus in Kiel nicht noch weiter zu trüben. Trotzdem möchte sie sich mitteilen, denn sie hat es genau gesehen: Während einer Nacht- und Nebelaktion, so erzählt die Leserin, hätten Nachbarn auf der Rasenfläche gleich hinter dem Haus ihren geliebten Hamster beerdigt. Das sei doch mit Sicherheit verboten?

Tja, so einfach lässt sich diese Frage nicht beantworten. Erst einmal: Der Tod eines Haustieres kann tiefe Trauer auslösen, war doch Hund, Katze oder Sittich ein lieb gewonnener Lebensbegleiter. Darum ist der Wunsch nachvollziehbar, einen vierbeinigen oder zweiflügeligen Freund mit Anstand zu verabschieden und nicht einer Tierkörperbeseitigungsanstalt zu überlassen. Das muss für Herrchen oder Frauchen der blanke Horror sein.

Nicolas Boy von den Saria Bio-Industries spricht für die Firma Heinrich Nagel in Neumünster und macht darauf aufmerksam, dass ein bundesweites Gesetz auf Basis einer EU-Norm die Verfahrensweisen der Tierkörperbeseitigung in Deutschland regelt. Die praktische Durchführung ist jedoch Länder- oder Landkreissache. Der Schutz von Mensch und Tier habe dabei oberste Priorität.

Doch es gibt auch Ausnahmen vom Gesetz. Das Vergraben – beziehungsweise Bestatten – eines Heimtieres wie Hund, Katze und Vogel ist auf einem von der Behörde zugelassenen Tierfriedhof sowie auf dem eigenen Grundstück zulässig. Hierbei darf das Grundstück allerdings nicht in der Nähe eines Wasserschutzgebietes, öffentlicher Wege oder öffentlicher Plätze liegen.

Nicolas Boy: „Trotzdem raten wir jedem Haustierbesitzer vonseiten der Firma Heinrich Nagel, sich sicherheitshalber noch einmal beim örtlich zuständigen Veterinäramt zu erkundigen, ob es Gründe geben könnte, die die Beisetzung untersagen, da theoretisch jede Kommune eigene Regelungen zu dieser Ausführung erlassen kann.“

Tierärzte und Tierheime sowie Reitställe seien dagegen verpflichtet, die professionellen Leistungen eines Unternehmens der Tierkörperbeseitigung in Anspruch zu nehmen.

Kommen wir zurück zu unserer Anruferin: Da es sich bei der Rasenfläche um Gemeinschaftseigentum handelt, hätten natürlich die Eigentümer der Wohnungen um Erlaubnis gebeten werden müssen. Das ist nun versäumt worden. Lassen Sie den kleinen Hamster doch einfach in Frieden ruhen!

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