Abgehakt

Moin, moin, stellen Sie sich einmal vor, Sie möchten ihre Kreuze zur Europa-Wahl machen, und dann wird Ihnen gesagt: „Sie haben doch schon gewählt!“

So geschehen am besagten Sonntag im Wahllokal Osterberg. Siegrun und Heinz-Jürgen Müller aus Molfsee-Rammsee trafen gegen 14 Uhr ein und legten ihre Wahlberechtigungen vor. Doch die Wahlhelfer reagierten erstaunt. In der Liste seien ihre Namen bereits abgehakt. Es folgten Telefonate. Die Wahlhelfer mochten einen Fehler der jetzigen oder vorherigen Schicht nicht ausschließen. Und doch. „Sie können gehen. Aber wählen dürfen sie nicht“, wurde den Müllers gesagt.

Hans Gregor Njenz aus Kiel hat diesen Artikel in unserer Print-Ausgabe gelesen und sich daraufhin gemeldet. Er war am Sonntag Wahlvorsteher im Bezirk Kiel-Wik und hatte ein ähnliches Erlebnis. Am Nachmittag wollte ein Bürger wählen, doch sein Name war ebenfalls schon abgehakt. Herr Njenz weist in diesem Zusammenhang auf die EU-Wahlordnung hin. Nach § 49, Abs. 6.3, hat der Wahlvorstand einen Wähler zurückzuweisen, der bereits einen Stimmabgabevermerk im Wählerverzeichnis hat, es sei denn, er weist nach, dass er noch nicht gewählt hat. In diesem Fall hatte am Vormittag die Frau des Bürgers gewählt. Ihr Name war nicht abgehakt worden. Die Wahlhelfer ließen sich von der Frau telefonisch bestätigen, dass sie am Vormittag das Wahllokal aufgesucht hatte und gingen von einer Verwechslung aus. Der Mann durfte sein Kreuz machen.

Ob die Müllers aus Molfsee diesen Beweis hätten antreten können, ist nicht bekannt.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.