Kieler Hundehalter im Streit mit Mieter

 

Moin, moin, seit fast zwei Jahren wohnen Waltraud und Rolf Moje zusammen mit Joscha – das ist ein 14 Jahre alter Samojede – in Kiel-Dietrichsdorf. Und seit fast zwei Jahren gibt es Streit mit einem der sechs anderen Mieter: Der Hund belle die ganze Zeit über, behauptet dieser. Tut er nicht, beteuern die Mojes, die ihren Vierbeiner von mittlerer Größe als verträglich und ruhig bezeichnen und sich dies von den anderen fünf Hausbewohnern schriftlich bestätigen ließen.

Doch es blieb beim Zoff. Den Mojes reicht es nun. Sie möchten ihren Frieden in einer anderen Wohnung finden und baten die Kieler Wohnungsbaugesellschaft (KWG) um eine Vermieterbescheinigung, aus der hervorgeht, dass sie keine Mieten schuldig geblieben sind und keine Verstöße gegen die Hausordnung vorliegen. Die KWG notierte jedoch: „Probleme mit der Hundehaltung“. Das empört das Ehepaar, weil nur einer von sechs Mietern Probleme sieht und weil der Zusatz die Wohnungssuche erschwert. Die Bürger- und Rechtsberatung der Stadt Kiel schließt sich dieser Auffassung an. Das Ehepaar wolle zum Hausfrieden beitragen und ausziehen. Da sei die Ergänzung wenig hilfreich.

Doch es bleibt beim Eintrag. Silke Groha von der KWG betonte auf meine Anfrage: „Wir sind als Vermieter nicht in der Position, Recht zu sprechen. Das wollen wir uns auch nicht anmaßen. Aber wir reagieren auf Beschwerden – in diesem Fall auch aus dem Nachbarhaus – die wir ernst nehmen. Der Eintrag entspricht also den Tatsachen. Wir waren häufig vor Ort und haben versucht zu vermitteln. Selbstverständlich bieten wir auch eine Vermittlung mit dem neuen Vermieter an. Die Situation ist nicht aussichtslos.“ Jedoch müsse sich der Mieter seinen Problemen stellen und kooperativ sein. Vielleicht könne in diesem Fall der Besuch einer Hundeschule helfen.

Waltraud und Rolf Moje sind verzweifelt. Die Wohnungsbaugesellschaft der bevorzugten Bleibe in Bremen signalisierte, mit dieser Bescheinigung hätten die Kieler schlechte Karten. „Wir könnten davon ausgehen, dass aus dem gewünschten Mietvertrag nichts wird“, wurde uns gesagt.

Mojes hoffen noch immer auf eine Wohnung, in der auch ihr Vierbeiner, den sie gern vorher vorstellen würden, willkommen ist. Sie möchten nur eines: endlich Ruhe!

 

 

 

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