Wenn der Schal den Platz belegt

Moin, moin, es hat sich nichts geändert: Frauke Hachmann aus Kiel beklagt sich nach wie vor über die Unsitte einiger Konzertbesucher, zum Beispiel im Kulturforum, Plätze mit Jacken oder Schals zu belegen.

„Damit halten sie sie besetzt und verteidigen sie vehement gegen andere, einen Sitzplatz suchende Gäste.“ Die 63-Jährige empfindet es als sehr anstrengend, eine Aufführung stehend zu verfolgen. Sie fragt, ob ein Rechtsanspruch auf einen derart freigehaltenen Platz bestehe oder ob man Mützen und Schals einfach entfernen und sich setzen könne: „Muss ich mich dem Mandat einer hingelegten Wolljacke fügen?“

Für Judith Selck, Leiterin des Kulturforums, ist der Fall klar: Wer zuerst kommt, bekommt auch die besten Plätze. „Falls eine Einzelperson für mehrere Personen Sitze belegt, ist das sozusagen eine gesellschaftliche Gepflogenheit. Wollte man dies unterbinden, müssten nummerierte Plätze verkauft werden. Da wir unseren Saal für die unterschiedlichsten Veranstaltungen flexibel gestalten wollen, werden wir unser System der freien Platzwahl behalten.“

Bleibt die Frage, mit welchen Utensilien die Besucher sich an warmen Sommertagen die Plätze sichern.

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