Freier Wettbewerb

Moin, moin, einen „krassen Fall von Abzocke“ meldet  Frank Schmidt aus Kiel (Name von der Redaktion geändert). Ihm fiel nämlich auf, dass das Brötchen, welches er gerade für 3,40 Euro gekauft hatte, äußerst spärlich mit Makrele belegt war. „Anweisung vom Chef“, begründete die Verkäuferin. Eine Antwort, die ihn entrüstete.

Nun, Herr Schmidt, die Antwort von der Verbraucherzentrale wird Ihnen vermutlich auch nicht „schmecken“. „Ich muss leider mitteilen, dass der Begriff Fischbrötchen nicht geschützt ist“, teilt Julia Buchweitz mit. „Es gibt auch keine Vorgaben zur Menge und Art der Belegung.“

Die Expertin in Sachen Verbraucherrecht sieht in diesem Fall auch keinen Verstoß  gegen die Preisangabenverordnung.  „Anders wäre es, wenn der Anbieter Größe beziehungsweise Gewicht genau angekündigt hätte. Dann müsste er sich an seine  Angaben halten.“ Frank Schmidt hätte dann lediglich seine Lebensmittelwaage oder den Zollstock zücken müssen.  Doch in diesem Fall handele es sich um freien Wettbewerb. „Es gibt rechtlich betrachtet keine Beanstandungen.“

Julia Buchweitz empfiehlt unserem Leser jedoch dringend, sich bei dem Inhaber direkt zu beschweren: „Vielleicht weiß er nicht, welche Menge seine Verkäuferinnen  anbieten und ist froh und dankbar für einen entsprechenden Hinweis.“  Schließlich sei es schon vorgekommen, dass Mitarbeiter den Belag halbiert und auf selbst mitgebrachtem Brot verteilt hätten, um sich an dem so erzielten Überschuss zu bereichern.  Ihr Tipp: In Zukunft sollte sich der Verbraucher das Innenleben des Fischbrötchens vor dem Kauf zeigen lassen, um Ärgernisse dieser Art zu vermeiden.

Das wird ein fröhliches Auf- und Zuklappen.

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