Gaszuleitung unter dem Duschkopf

Moin, moin, es ist dieses Metallrohr in seinem Bad, das Matthias Lüth verunsichert. Und es sind diese Bilder  von der Explosion mitten in Itzehoe im März, die ihn nicht mehr loslassen.

Matthias Lüth wohnt in Kiel zur Miete. Im Badezimmer des Mehrfamilienhauses ist eine Gastherme für Heizung und Warmwasseraufbereitung verbaut worden. Die Gaszuleitung erfolgt über ein Metallrohr, das unterhalb eines Duschkopfes verlegt worden ist, also häufig  feucht und „oberflächlich rostig“ ist. Die Gasleitung wurde im vergangenen Jahr von einem  Handwerksbetrieb auf Dichtheit überprüft. Die Dichtheit ist gegeben.

Aus unserer Zeitung erfuhr unser Leser, dass der Hausbesitzer neben einer jährlichen Sichtkontrolle alle zwölf Jahre die Gasleitungen von einem zugelassenen Handwerksbetrieb auf Dichtheit überprüfen lassen muss.

Nach der Explosion eines Wohnhauses mit Toten und Verletzten in Itzehoe fragt sich unser Leser, wie Fachleute das vorgeschriebene Prüfintervall bei einem Rohr beurteilen, das korrosionsfördernden Einflüssen ausgesetzt ist. Auch fragt er sich,  wer sich das Datum der nächsten Überprüfung  „auf Termin“ legen muss.  „Wer weiß denn, ob wir in elf Jahren noch in dieser Wohnung leben und die folgenden Mieter über die Prüfintervalle informiert werden“, überlegt der Kieler. Wohler wäre ihm, wenn der  Vermieter das Rohr austauschen lassen würde. Dies habe dieser jedoch aus Kostengründen abgelehnt.

Matthias Lüth will sich mit seinem Vermieter nicht erzürnen, sieht aber die gesetzlichen Regelungen alle auf Seiten des Hausherrn. Er bat um Hilfe, weil er immer noch hofft, dass die Aussage eines Fachmannes seinen Vermieter zum Handeln bewegen könnte.

Natürlich kann der Landesfachverband Sanitär, Heizung und Klima keine verbindliche Aussage für den konkreten Einzelfall treffen. Schließlich ist die genaue Installationssituation vor Ort nicht bekannt.  Aber Hauptgeschäftsführer Enno de Vries weist auf die Rechtsgrundlage für die Installation von Gasleitungen hin. „Die technischen Regeln der Gasinstallation sind erst 2008 neu herausgegeben worden. In diese wurde erstmals die alle zwölf Jahre durchzuführende Dichtheitsprüfung aufgenommen. Zuständig für die Sicherheit der Anlage ist deren Betreiber, also der Vermieter.“ Außerdem sei bezüglich der Verlegetechnik bei metallenen Innenleitungen im Unterpunkt 5.3.7.1 folgendes geregelt: Gasleitungen dürfen nicht an anderen Leitungen befestigt werden und dürfen nicht als Träger für andere Leitungen und Lasten dienen. Sie sind so anzuordnen, dass Tropf- und Schwitzwasser von anderen Leitungen nicht auf sie einwirken können.

Wolfgang Podolske, Sprecher der Stadtwerke Kiel betont, dass auch in seinem Haus Sicherheit stets vorgeht. „Wir haben unserem Gas ein sogenanntes Odormittel beigemengt. So kann ausströmendes Gas im Gefahrenfall wahrgenommen werden. Wenn den Stadtwerken der Verdacht auf Gasaustritt bekannt wird, haben wir darüber hinaus die Möglichkeiten, über unsere Leitwarte sofort die Stromversorgung auch in ganzen Straßenzügen zu unterbrechen, sodass es nicht zu einem Funkenflug und damit einer Entzündung ausgetretenen Gases kommen kann. Auf jeden Fall besteht bereits beim Austritt kleinster Mengen Handlungsbedarf.“  Die Leitwarte, die rund um die Uhr besetzt ist, nimmt Störungsmeldungen unter Tel. 594 2795 entgegen.

So, sehr geehrter Herr Lüth, Ihnen empfehle ich jetzt unbedingt ein Gespräch mit ihren Vermietern.

 

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